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ATP-Tour Onkel Toni geht endgültig

27 Jahre und 75 Titel sind genug: Toni Nadal verabschiedet sich definitiv als Coach von Neffe Rafael. In einem offenen Brief richtet sich der Mallorquiner an seinen Schützling.

Toni Nadal an den ATP Finals in London.
Legende: Letzter Auftritt Toni Nadal an den ATP Finals in London. Getty Images

In London machte Toni Nadal, der bereits vor rund einem Jahr Carlos Moya als Haupttrainer Platz gemacht hatte, noch einmal seine Aufwartung. Nur zu gerne hätte er dem mit 16 Grand-Slam-Titeln gesäumten Palmarès seines Neffen diese eine Trophäe noch hinzugefügt.

Doch eine Verletzung machte die Titelträume schon im 1. Spiel gegen David Goffin zunichte. Onkel Toni zog einen Strich unter die Erfolgsstory.

Eine Woche später bedankt sich der 56-Jährige in der spanischen Tageszeitung El Pais bei Fans und Medien. Den gemeinsamen Weg mit Rafa würdigt er ausführlich. Hier einige Passagen:

Die ATP Finals von letzter Woche markieren den Schlusspunkt meiner Laufbahn als Trainer meines Neffen. Eine 27 Jahre währende, glückliche Ära endet. Sie begann an jenem Tag, als der Sohn meines Bruders Sebastian im Alter von 3 Jahren zum ersten Mal auf meinem Tennisplatz auftauchte. Von Anfang an habe ich versucht, bei ihm einen starken und resoluten Charakter zu entwickeln. Dieser sollte ihm helfen, den Schwierigkeiten im Tennis im Speziellen und im Leben allgemein entgegenzutreten. Ich war stets eher unangenehm denn appetitlich und eher anspruchsvoll als dem Lob zugetan. Ich habe bei ihm immer für eine gewisse Unzufriedenheit anstelle von Genugtuung gesorgt. Und ich habe ihm stets die ganze Verantwortung übertragen. Ich hatte das Glück, mit einer Generation von grossen Spielern zusammenzukommen. Ich war immer der Meinung, dass die Rivalität nie die Linien des Platzes überschreiten sollte. Nie habe ich Gegenspieler als Feinde betrachtet. Das erlaubte es mir, sie zu schätzen, zu respektieren und von ihnen zu lernen. Ich glaube, es stünde uns allen gut an, dass wir unsere Leidenschaft für den Sport zügeln und dies auch auf andere Gebiete übertragen würden. Ich muss letztlich besonders dem Hauptverantwortlichen meines Glücks danken: meinem Neffen. Heute fühle ich mich sehr respektiert und geliebt, denn seine Figur hat die meinige viel mehr erhöht, als ich es verdient habe. (...) ich möchte jegliche Überschätzung meiner Person vermeiden und kehre zurück zu meinen Schülern in Manacor. Danke aus tiefem Herzen und bis die Tage.
Autor: Toni Nadal

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 13.11.2017, 15 Uhr

Legende: Video Nadal beendet seine Saison vorzeitig abspielen. Laufzeit 00:10 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 14.11.2017.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf Räber (carator)
    Wohl nich alle. Sagen Sie doch einfach Sie hätten, da wären Sie bestimmt näher bei der Wahrheit und weniger anmassend.
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  • Kommentar von mario hellberg (fusci)
    In einer Zeit wo in hunderten von Casting Shows jeder meint er sei aber auch etwas ganz besonderes und spezielles sind die demütigen Worte von Toni Nadal wahrer Balsam und wahre Grösse!! Meinen allergrösssten Respekt an einen Menschen, der so viel in einen anderen Menschen investiert hat ohne sich selber ins Rampenlicht zu rücken! Das ist leider selten geworden heutzutage!
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  • Kommentar von Pedro Lehmann (Pedi)
    "Ich habe bei ihm immer für eine gewisse Unzufriedenheit anstelle von Genugtuung gesorgt. " So einen Onkel möchte ich nicht, was für eine Qual!!! Wo es doch Spielfreude und Leidenschaft gibt....
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