Und plötzlich winkt der Tennis-Thron

Insgesamt 302 Wochen lang hat Roger Federer die Tennis-Weltrangliste angeführt. So lange wie kein anderer. Nach seinem Sieg in Schanghai ist der Tennis-Thron plötzlich wieder in Griffnähe - wenn Novak Djokovic (nicht) mitspielt.

Roger Federer ballt die Faust.

Bildlegende: Geht noch mehr? Roger Federer hat die Nummer 1 wieder im Visier. Keystone

Im August letzten Jahres war Roger Federer auf Position 7 der Weltrangliste abgerutscht, seine damals schlechteste Klassierung seit fast 11 Jahren. Der Rückstand auf Novak Djokovic betrug über 6000 Punkte, die Nummer 1 war so weit weg wie er selbst von seiner Topform.

Rückstand noch beträchtlich

Ein gutes Jahr und 4 ATP-Titel später sieht alles wieder ganz anders aus. Federer bewegt sich spielerisch wieder auf seinem Top-Niveau, was sich auch auf die Weltrangliste auswirkt. Der 33-Jährige überholte Rafael Nadal und liegt neu mit 9080 Punkten an 2. Stelle, 2430 Zähler hinter Novak Djokovic.

2430 Punkte bei nur noch 3 ausstehenden ATP-Turnieren (Basel, Paris-Bercy und die Finals in London) scheinen eine Menge zu sein. Trotzdem darf sich Federer berechtigte Hoffnungen machen, die Saison zum 6. Mal nach 2004/05/06/07/09 an der Weltranglisten-Spitze zu beenden. Vorausgesetzt, er nimmt trotz Daviscup-Final (wo er auch noch ein paar Punkte sammeln kann) an sämtlichen Turnieren teil.

Was macht Djokovic?

Ob Federer Ende Jahr vom Tennis-Thron grüsst, hängt aber auch davon ab, ob Djokovic mitspielt - oder eben nicht spielt. Der Serbe wird demnächst Vater und will bei der Geburt seines 1. Kindes unbedingt dabei sein. Gut möglich also, dass er als Titelverteidiger Paris-Bercy auslassen wird. Und sollte Federer seine derzeitige Form konservieren, könnte es plötzlich nochmals spannend im Kampf um die Nummer 1 werden.

Sendebezug: SRF zwei, «sportpanorama», 12.10.2014, 18:15 Uhr

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Federer triumphiert in Schanghai

4:16 min, aus sportpanorama vom 12.10.2014

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