Wawrinka: Gefangen in der Negativspirale

Drei Start-Niederlagen in Folge hat Stan Wawrinka letztmals im Sommer 2012 hinnehmen müssen. Auch in Basel konnte der Romand seine Verunsicherung nicht kaschieren. Trotzdem gibt er sich trotzig: «Ich stecke in keiner Krise.»

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Wawrinkas frühes Aus in Basel

2:24 min, aus sportaktuell vom 21.10.2014

Wenig Licht und viel Schatten. Das war in Basel am Abend des 2. Turniertages der Fall. Ein heftiger Sturm setzte der Elektrizität in der St. Jakobshalle zu. Der Spielbetrieb musste für eine halbe Stunde unterbrochen werden und konnte anschliessend nur bei reduzierter Beleuchtung fortgesetzt werden.

Stan Wawrinka nimmt auf einem Linienrichter-Stuhl Platz.

Bildlegende: Im Abseits Stan Wawrinka kurz vor dem Unterbruch wegen eines Lichtausfalls. Keystone

Betroffen davon war die Partie zwischen Stan Wawrinka (ATP 4) und Michail Kukuschkin (ATP 84). Sinnigerweise liess sich ausgerechnet der Auftritt des Waadtländers folgendermassen zusammenfassen: wenig Licht und viel Schatten. Wie in der Vergangenheit schon oft, patzte Wawrinka vor Heimpublikum und verlor seine Auftaktpartie in 3 Sätzen (4:6, 7:6, 3:6). Nur im Tiebreak (7:1) vermochte der Favorit zu überzeugen. Ansonsten blieb er gegen einen Gegner, der um 80 Weltranglisten-Positionen schlechter rangiert ist, blass und äusserst fehleranfällig (29 unerzwungene Fehler).

Seit 40 Tagen ohne Sieg

Wawrinka ist allerdings nicht erst bei den Swiss Indoors von der Erfolgsspur abgekommen. Vielmehr hat sich am Rheinknie sein Formtief weiter akzentuiert. Nach Tokio und Schanghai reihte der 29-Jährige in Basel die 3. Start-Pleite aneinander. Seinen letzten Sieg errang der Australian-Open-Champion am 12. September im Davis Cup gegen Fabio Fognini.

Dreimal in Serie hatte Wawrinka letztmals im Sommer 2012 verloren, als er in Wimbledon, in Gstaad und erneut in Wimbledon an den Olympischen Spielen bei erstmöglicher Gelegenheit scheiterte.

Bereit für Grosstaten

So sehr seine Gegenwehr aktuell auf dem Court zu wünschen übrig lässt, so heftig wehrt sich ein empfindlicher Wawrinka daneben gegen Kritik. «Ich stecke in keiner Krise. Und beunruhigt über mein Spielniveau bin ich auch nicht», beteuert er. Dabei liess er vor seinem Basel-Auftritt sehr wohl durchblicken: «Ich brauche ein Erfolgserlebnis.»

Nun aber schreibt er seine erneute Niederlage «falschen Entscheidung auf dem Platz und meinem mangelnden Selbstvertrauen» zu. Immerhin räumt er eine offensichtliche Verkrampfung und Verunsicherung ein. Doch mit Blick auf die kommenden Wochen mit Paris-Bercy, den World Tour Finals sowie dem Davis Cup bleibt Wawrinka unbeirrt: «Ich fühle mich nach wie vor in der Lage, Grosses zu erreichen.»

Sendebezug: SRF zwei/info, sportlive, 21.10.14 19:00 Uhr

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