Wawrinka bringt die Schweiz in Führung

Mit einer verblüffend abgeklärten Leistung hat Stan Wawrinka das erste Spiel des Davis-Cup-Finals gegen Jo-Wilfried Tsonga für sich entschieden. Beim 6:1, 3:6, 6:3 und 6:2 fügte er dem Franzosen erst die 5. Niederlage im Team-Wettbewerb zu.

Eine hochklassige Leistung Wawrinkas trug der Schweiz in Lille vor der Davis-Cup-Rekordkulisse von 27‘432 Zuschauern die 1:0-Führung ein. Nur gerade im 2. Satz zog der Romand eine kleine Schwächephase ein, war plötzlich fehleranfälliger und ermöglichte Tsonga so das kurzzeitige Comeback.

Im Head-to-Head zog die Weltnummer 4 mit 3:3 gleich. Zum ersten Mal überhaupt ging ein Aufeinandertreffen zwischen den beiden 29-Jährigen nicht über die volle Distanz. Nach 144 Minuten verwertete Wawrinka den 1. Matchball zum 6:1, 3:6, 6:3 und 6:2.

Flottes Tempo vorgelegt

Darauf, dass die Partie wie bei den vorangegangenen Anläufen eng umkämpft werden würde, deutete anfänglich nur wenig. Wawrinka legte unbeeindruckt und geradezu optimal los, nahm Tsonga zweimal den Aufschlag ab und veredelte den 1. Satz nach nur 26 Minuten zum 6:1.

Das Match ging in ähnlich rasantem Tempo weiter – nur mit nun umgekehrten Stärkeverhältnissen. Die Weltnummer 12 schien inzwischen ihre Blockade gelöst zu haben und zeigte sich deutlich verbessert. Nach einem Doppelfehler zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt hatte Wawrinka beim Stand von 1:2 das erste Break kassieren müssen, das ihn den Satzverlust zum 1:1-Ausgleich kostete.

Robust auch gegen die Fans

Doch der Australian-Open-Sieger meldete sich in seinem 34. Einzel-Einsatz im Davis-Cup bärenstark zurück. Er erhöhte im 4. Durchgang den Druck sukzessive, stürmte vermehrt sowie mit auffällig grosser Selbstsicherheit ans Netz und nahm Tsonga den Aufschlag zum 4:2 ab. Danach bewies Wawrinka auch in heiklen Phasen Standfestigkeit. Etwa als er zum Satzgewinn aufschlug, lag er 0:30 zurück und musste zusätzlich gegen eine nun zunehmend hitzigere Atmosphäre im Stadion bestehen.

Der 4. Satz entwickelte sich schliesslich zur Kür. Wawrinka nahm seinem Gegner bei erstbester Gelegenheit den Service ab und legte noch ein 2. Break nach. Die imposante Zahl von 48 Winner sagt einiges über seine Dominanz aus.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 21.11.14 13:40 Uhr