Bacsinszky nimmt zuerst Mass an der Melbourne-Championne

Im Fed-Cup-Duell um den Halbfinal-Einzug gegen Deutschland kann Belinda Bencic am Samstag gegen Andrea Petkovic (WTA 23) vorlegen. Anschliessend fordert Timea Bacsinszky die frisch gebackene Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber heraus.

Timea Bacsinszky und Teamchef Heinz Günthard beim Einspielen.

Bildlegende: Gute Laune im Training Timea Bacsinszky spielt sich unter den Instruktionen von Teamchef Heinz Günthardt warm. Keystone

Die Auslosung in Leipzig hat folgende Paarungen ergeben:

  • Samstag, 1. Einzel: Andrea Petkovic (WTA 23) vs. Belinda Bencic (WTA 11)
  • Samstag, 2. Einzel: Angelique Kerber (WTA 2) vs. Timea Bacsinszky (WTA 15)
  • Sonntag, 3. Einzel: Kerber vs. Bencic
  • Sonntag, 4. Einzel: Petkovic vs. Bacsinszky
  • Sonntag, abschliessendes Doppel: Annika Beck (Doppel-WTA 113)/Anna-Lena Grönefeld (25) vs. Martina Hingis (1)/Viktorija Golubic (118)

Bencic kommt damit die Ehre zuteil, die Begegnung in der bereits ausverkauften Messe-Halle zu lancieren. Allerdings ist damit auch eine gehörige Portion Druck verbunden. Denn gegen die im Ranking um 12 Plätze schlechter eingestufte Widersacherin wird von der Ostschweizerin ein positiver Start erwartet – umso mehr hinterher die Aufgaben nicht leichter werden.

Das Duell Bencic - Petkovic gab es bislang noch nie auf der Tour. Die 18-Jährige ist von Teamcoach Heinz Günthardt nur für das Einzel nominiert worden. Für das abschliessende Doppel, das das Zünglein an der Waage spielen könnte, ist Golubic (23) an der Seite der 12 Jahre älteren Weltranglistenleaderin Hingis vorgesehen.

Das Quartett im Selbstporträt

Eine ganz neue Ausgangslage

Bacsinszky weist gegen Kerber eine makellose 3:0-Bilanz auf (zwei Vergleiche fanden im Juniorinnenalter statt). Zuletzt reüssierte sie 2009 klar mit 6:4 und 6:4.

Allerdings liegen die Vorteile bei der Neuauflage dieser Affiche bei der deutschen Linkshänderin. Denn die 28-jährige Kerber schaffte an den Australian Open den grossen Coup und rückte zur Weltnummer 2 auf.

Bacsinszky: Schlechte Erinnerungen und eine Entschuldigung

Beim letzten Aufeinandertreffen mit Deutschland gehörte von der aktuellen Equipe einzig Bacsinszky dazu. Anfang 2009 lief es der damaligen Weltnummer 60, die wegen einer Entzündung im Knie zuvor monatelang hatte aussetzen müssen, überhaupt nicht nach Wunsch.

Timea Bacsinszky sitzt auf der Bank, vor ihr kniet Coach Severin Lüthi.

Bildlegende: Ratlos Teamcoach Severin Lüthi versucht 2009 Timea Bacsinszky aufzubauen. Keystone

Gegen Sabine Lisicki und Anna-Lena Grönefeld, die gemäss Papierform in ihrer Reichweite hätten liegen sollen, verbuchte die 19-Jährige nur je 4 Games. Die Begegnung ging mit 2:3 verloren – es drohte der Fall in die 3. Division. Bacsinszky nahm die Hauptschuld bereitwillig auf sich: «Ich war verkrampft, übermotiviert und ohne Ruhe», räumte sie ein, und weiter: «Ich habe mich beim Team für meine Leistung entschuldigt.»

Tempi passati: Bacsinszky, mittlerweile die Weltnummer 15, könnte ihre Nation erstmals seit 18 Jahren wieder in einen Halbfinal führen. Seit 4 Einzel ist die Waadtländerin im Fed Cup unbezwungen – zuletzt gab sie gegen die polnischen Schwestern Radwanska in 2 Matches gerade einmal 5 Games ab.

Head-to-Head Deutschland - Schweiz

Jahr
Ausgang
Unterlage
2009Deutschland siegt mit 3:2
Zürich (Hartplatz)
1983Deutschland siegt mit 3:0Zürich (Sand)
1982Deutschland siegt mit 3:0Santa Clara/USA (Hartplatz)
1981Schweiz siegt mit 2:1
Tokio (Sand)
1970Deutschland siegt mit 3:0Freiburg (Sand)

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