Diese verrückte Tschechin möchte Hingis & Co. ärgern

Sie hat eine Schnecke als Haustier, lehrt den Gegnerinnen schon mal den Handshake und bezeichnet sich selbst als «crazy». Barbora Strycova ist im Fed-Cup-Halbfinal Tschechiens Geheimwaffe.

Die Tschechin Barbora Strycova schreit.

Bildlegende: «Crazy» Die Tschechin Barbora Strycova. Imago

Barbora Strycova fällt auf. Wer ihr beim Spielen zuschaut, dem fallen sofort zwei Dinge auf: Die 30-Jährige gehört mit nur 1,64 m zu den kleineren Tennisspielerinnen. Und sie hat eine Spielweise, die sich markant von den meisten unterscheidet: Strycova rückt liebend gerne ans Netz vor.

Doch auch neben dem Platz weiss Strycova, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das zeigt sich auch an der ersten Pressekonferenz des tschechischen Teams in Luzern. Es ist gar nicht so einfach, von der Frau aus Pilsen («ja, ich liebe Bier!») eine seriöse Antwort zu erhalten. Immer wieder bricht Strycova in schallendes Gelächter aus.

Eine Schnecke gegen Falten

Dabei hätte die sympathische Tschechin durchaus etwas zu erzählen. Dass sie eine Schnecke als Haustier hat, zum Beispiel. Und sich diese regelmässig auf die Stirn legt. «Ich habe gehört, dass die Falten so weg gehen. Das ist kein Witz! Deshalb mache ich das jetzt jeden Abend», verriet sie vergangenes Jahr lachend.

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Aufsehen erregte auch ihr Auftritt beim WTA-Turnier in Tokio vor anderhalb Jahren. Ihre Gegnerin Elina Svitolina schüttelte ihr nur widerwillig die Hand, obwohl sie die Partie gewonnen hatte. Strycova knöpfte sich die Newcomerin vor und zeigte ihr, wie ein richtiger Handschlag geht. «Es ist egal, was während der Partie passiert ist, man sollte sich am Ende immer in die Augen schauen und die Hand schütteln. Das hat mit Respekt zu tun», erklärte Strycova.

«  Ich mag das Doppel auch, weil ich immer etwas fürs Einzel lernen kann.  »

Barbora Strycova

Im tschechischen Team ist die Weltnummer 33 die zweitstärkste Einzelspielerin. Vor allem im Doppel war sie zuletzt im Fed Cup eine Bank, hat 9 von 12 Spielen gewonnen und damit grossen Anteil an den 4 tschechischen Erfolgen in den letzten 5 Jahren.

Weniger Druck? Von wegen!

Was macht sie so stark? Strycova lacht, als sie darauf angesprochen wird. Eine Antwort hat sie nicht sofort parat. «Ich mag es, mit jemandem zu spielen, der mich versteht. Ich mag das Doppel auch, weil ich immer etwas fürs Einzel lernen kann. Ausserdem ist der Druck im Doppel nicht so gross», erklärt Strycova schliesslich und fügt sofort, überrascht ob der eigenen Aussage, an: «What?». So ist sie eben. Ein bisschen verrückt. Aber immer brandgefährlich.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zum Fed-Cup-Halbfinal

Zur Person

WTA-Ranking Einzel: 33
WTA-Ranking Doppel: 33
Titel Einzel: 1
Titel Doppel: 17
Bestes GS-Resultat: Wimbledon-Viertelfinal 2014
Frühere Nummer 1 bei den Juniorinnen
2 GS-Titel bei den Juniorinnen

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie den Fed-Cup-Halbfinal zwischen der Schweiz und Tschechien am Samstag ab 12:50 Uhr auf SRF zwei und srf.ch/sport.