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AusOpen-Halbfinalistin Collins Auf der Tour mag sie kaum wer, doch das ist ihr egal

Danielle Collins gilt auf der WTA Tour als Einzelgängerin. Das stört sie nicht. Sie führt ihren eigenen Kampf weiter.

Danielle Collins.
Legende: Hält ihre Emotionen auf dem Platz nicht zurück Danielle Collins. Reuters

Ashleigh Barty (WTA 1), Iga Swiatek (WTA 9), Danielle Collins (WTA 30) und Madison Keys (WTA 51): Für sie alle ist der Halbfinal an einem Grand-Slam-Turnier kein Neuland. Besonders für eine dürfte sich der Vorstoss in die Runde der letzten 4 aber wie ein Tennis-Märchen anfühlen.

Collins litt an Endometriose

Vor ziemlich genau einem Jahr taumelte Collins bei einem WTA-250-Event in Melbourne im Halbfinal dem Aus entgegen. Die US-Amerikanerin ging mehrmals schmerzverzerrt zu Boden, klagte über Beschwerden in der Bauchmuskel- und Becken-Gegend. Aufschlagen konnte sie im Entscheidungssatz nur noch von unten. Die Partie ging wenig überraschend verloren. Viel schlimmer für Collins war jedoch, dass die Ursachen für die akuten Schmerzen auch Wochen danach noch nicht bekannt waren.

Von den Ärzten hiess es, die Beschwerden seien auf ihren Zyklus zurückzuführen. Entzündungshemmende Medikamente brachten jedoch keine Besserung, im Gegenteil. Im April 2021 schliesslich fasste Collins den Beschluss, sich einem operativen Eingriff zu unterziehen, um Endometriose zu behandeln. Bei Endometriose handelt es sich um eine Erkrankung, bei der sich Gewebe ausserhalb der Gebärmutterhöhle bildet.

Danielle Collins.
Legende: Kämpfte schon oft mit gesundheitlichen Problemen Neben Endometriose litt Collins auch an einer rheumatoiden Arthritis. Reuters

Die Operation stellte sich als Glücksgriff heraus. Ihre Trainingsintensität konnte Collins nach ihrer Genesung deutlich hochschrauben. Dies spiegelte sich auch in den folgenden Resultaten wider. Die 28-Jährige wurde deutlich konstanter, verlor seit Mitte Juli des letzten Jahres nur noch 6 Spiele und feierte in dieser Zeitspanne 28 Siege. Den letzten am Mittwoch im Viertelfinal der Australian Open gegen Alizé Cornet.

Viel Durchhaltewille, kaum Beliebtheit

Dass Collins eindrückliche Stehauf-Qualitäten besitzt, bewies sie bereits einige Jahre zuvor. Endometriose ist nicht die einzige Erkrankung, die ihren Weg in die erweiterte Tennis-Weltelite erschwerte. 2018 wurde bei der Rechtshänderin aus Florida eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert. Die entzündliche Gelenkserkrankung, die oft in Schüben auftritt, zwang Collins immer wieder zu Pausen.

Doch «Danimal», wie Collins mittlerweile von ihren Fans auch genannt wird, kämpfte sich bereits damals zurück. Im Frühjahr 2019 stiess sie ähnlich überraschend wie 2022 in den Melbourne-Halbfinal vor.

Video
Collins sichert sich Halbfinal-Ticket dank Sieg über Cornet
Aus Sport-Clip vom 26.01.2022.
abspielen. Laufzeit 48 Sekunden.

Auf der Tour gilt Collins als Einzelgängerin, die sich über die Jahre nicht allzu viele Freunde gemacht hat. Ihr oftmals überschwängliches Verhalten auf dem Platz kommt bei den Berufskolleginnen nicht sehr gut an. Je wichtiger der Punkt, desto lauter das Stöhnen, das Jubeln, manchmal auch das Provozieren.

Gelingt ihr der Coup gegen Swiatek?

Nicht selten hat man bei Collins' Spielen das Gefühl, sie trete gegen die ganze Welt an. Vielleicht sieht sie es selbst auch so. Auf eine Art wäre es sogar verständlich, musste sie doch immer wieder Steine aus ihrem Weg räumen, um ihren Traum als Tennis-Profi zu leben.

Am Donnerstag könnte sie einen weiteren Höhepunkt in ihrem Kampf gegen die Welt und ihren Körper erreichen. Mit einem Sieg im Halbfinal der Australian Open gegen die 20-jährige Swiatek, für die es seit zwei Jahren praktisch ausnahmslos steil aufwärts geht.

Live-Hinweis

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Verfolgen Sie die Halbfinals der Frauen an den Australian Open am Donnerstag ab 09:30 Uhr live auf SRF zwei und in der SRF Sport App.

Alle weiteren Spiele gibt es zudem im Eurosport Player.

SRF zwei, sportlive, 22.01.2022, 09:10 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Seppli Moser  (Moser)
    nun hat sie den Final erreicht und mir war sie gleich sympathisch, als sie dieses Winke Winke zum Publikum nach dem Sieg unterlassen hat. Das hat nämlich Federer eingeführt vor etwa 20 Jahren, alle haben's nachgemacht und ich find's etwas übertrieben
  • Kommentar von Namor Brisk  (Namor)
    Ich finde sie gut. Sie scheint nicht unsympathisch, einfach sehr verbissen. Macht meiner Ansicht nach Sinn als Spitzensportlerin. Hut ab vor ihrer Leistung mit all den Rückschlägen. Ausserdem ist sie recht spät auf die Tour gekommen, da sie glaub zuerst den Schulabschluss gemacht hat.
    Freunde muss man auf der Tour ja auch nicht haben...damit hat noch niemand ein Turnier gewonnen.
  • Kommentar von Otto Schwarzenbach  (_)
    Muss eine Sportlerin eine dauerlächelnde 'everybodys darling' sein um eine gute Athletin zu sein?
    @SRF: Der Titel "Auf der Tour mag sie kaum wer, doch das ist ihr egal" und der Satz "Auf der Tour gilt Collins als Einzelgängerin, die sich über die Jahre nicht allzu viele Freunde gemacht hat" ist meines Erachtens etwas grenzwertig. Ich erwarte von Journalisten seriösere Arbeit.
    Man könnte sie auch als zielstrebig, hartnäckig, ausdauernd und emotional beschreiben.