Bencic: «Es beginnt wieder bei Null»

Belinda Bencic greift am späten Montagabend als erste Schweizerin ins Geschehen der US Open ein. Nach dem ersten grossen Titel in Toronto sind die Erwartungen an sie gestiegen. Die Konzentration der 18-Jährigen gilt aber einzig und allein ihrer Auftaktpartie gegen Sesil Karatantschewa.

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Bencic vor dem Start in die US Open

3:18 min, aus sportpanorama vom 30.8.2015

Vor knapp zwei Wochen hat Belinda Bencic in Toronto eine Sternstunde erlebt. Innerhalb von fünf Tagen schlug sie vier Top-6-Spielerinnen und konnte mit Serena Williams erstmals die Weltnummer 1 bezwingen.

Der Höhenflug von Bencic hat aber auch seinen Tribut gefordert. Das darauffolgende Turnier in Cincinnati musste sie wegen Schmerzen im rechten Handgelenk im Achtelfinal abbrechen. Trotzdem spricht viel dafür, dass die Schweizerin für ihre Aufgabe in Flushing Meadwos gerüstet ist.

Die guten Erinnerungen an New York

«Die Pause hat mir gut getan. Ich habe in den letzten Wochen viele Matches gespielt, jetzt verspüre ich aber keine Schmerzen mehr», erklärte Bencic nach ihrer Ankunft im «Big Apple». Sie habe bereits ein paar Mal trainieren können und gemerkt, dass ihr Timing stimmt. Aus dem Vorjahr weiss Bencic, dass ihr die Bedingungen in New York liegen.

«  Dass ich in letzter Zeit gut gespielt habe, nützt mir jetzt nichts mehr.  »

Belinda Bencic

Mit dem Einzug in die Viertelfinals hat sie dort ihr bislang bestes Grand-Slam-Ergebnis erzielt. Sollte es ihr gelingen, diesen Erfolg zu wiederholen, könnte es in der Runde der letzten Acht zum erneuten Showdown mit Williams kommen. Der Shootingstar der letzten Wochen tritt allerdings auf die Euphoriebremse. «Es beginnt wieder bei Null. Dass ich vorhin gut gespielt habe, nützt mir jetzt nichts mehr», sagt sie.

Ehemalige Nummer 1 der Juniorinnen wartet

Weiter als über die 1. Runde will Bencic denn auch nicht vorausblicken. Ihr Fokus richtet sie auf ihre Auftaktpartie gegen Sesil Karatantschewa (WTA 106), gegen die sie zuvor noch nie gespielt hat. Die 26-jährige Bulgarin erreichte 2005 als damalige Nummer 1 der Juniorinnen an den French Open die Viertelfinals, und das im Alter von gerade einmal 15 Jahren. Kurz darauf wurde sie allerdings mit einer 2-jährigen Dopingsperre belegt, über deren Berechtigung man sich bis heute uneins ist.

«  Belinda hat gezeigt, dass sie jede Gegnerin schlagen kann. Sie kann aber auch gegen jede verlieren. »

Ivan Bencic
Vater und Coach

Fakt ist aber, dass Karatantschewa danach nie mehr in die Nähe ihrer besten Klassierung (WTA 35) kam. Auf dem Papier ist Bencic am Montagabend also die klare Favoritin. Eine Niederlage wäre mehr als eine böse Überraschung. Aber auch Vater und Coach Ivan Bencic weiss: «Belinda hat gezeigt, dass sie jede Gegnerin schlagen kann. Sie kann aber auch gegen jede verlieren.»

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 30.08.2015, 18:15 Uhr

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie Belinda Bencics Auftaktpartie an den US Open ab 23:05 Uhr live auf SRF zwei und auf srf.ch/sport.

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