Djokovic: Der verkannte Champion

Mit 9 Grand-Slam-Titeln gehört Novak Djokovic endgültig zu den ganz Grossen im Welttennis. Die Aufmerksamkeit der Fans und Medien richtet sich dennoch oft auf die Konkurrenz - auch nach seinem 3. Triumph in Wimbledon.

«Er ist der Bösewicht, der nichts falsch gemacht hat», titelte die BBC nach Novak Djokovics Triumph in Wimbledon. Der Serbe hatte sich soeben seinen 3. Titel an der Church Road gesichert, schlug im Final mit Roger Federer aber den Liebling der Fans.

Fokus auf Federer

Die Weltmedien richteten ihren Fokus danach mindestens ebenso stark auf die Niederlage Federers wie auf den Sieg der Weltnummer 1. Dabei hätte Djokovic die Aufmerksamkeit mehr als verdient: Mit seinem 9. Grand-Slam-Triumph überholt er in der ewigen Rangliste unter anderem Andre Agassi, Jimmy Connors oder Ivan Lendl und steigt damit endgültig in die Gilde der ganz grossen Champions auf.

«  Djokovic ist der 'man to beat'. »

Heinz Günthardt

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«Glutenfrei, organisch» - Djokovic über sein Gras-Ritual (engl.)

0:50 min, vom 13.7.2015

Seit Federers letztem Grand-Slam-Sieg 2012 in Wimbledon hat Djokovic bereits 4 Major-Titel gesammelt. Die Weltrangliste führt er mit über 4000 Punkten Vorsprung an. In den vergangenen 12 Monaten hat der Serbe am meisten Turniere gewonnen (9) und am wenigsten Spiele verloren (7). Der 28-Jährige ist definitiv der Mann der Stunde im Welttennis.

Laut SRF-Experte Heinz Günthardt wird sich das so schnell nicht ändern: «Wenn er so weiterspielt, ist er bei jedem Grand-Slam-Turnier der ‚man to beat‘.»

Federer: «Grossartige Jahre vor sich»

Doch auch im Moment des Triumphs zeigt sich Djokovic als fairer Sportsmann. Seinen unterlegenen Final-Gegner bezeichnete er unlängst als grössten Spieler der Geschichte. Federer wiederum zollte dem Serben den Respekt: «Entscheidend für ihn wird sein, ob er frei von Verletzungen bleibt. Ich bin sicher, er hat noch ein paar grossartige Jahre vor sich.»

Die meisten Grand-Slam-Siege

Name
GS-Siege
Australian Open
French Open
WimbledonUS Open
Roger Federer (Sz)
174175
Pete Sampras (USA)
142
075
Rafael Nadal (Sp)
141922
Roy Emerson (Au)
126222
Björn Borg (Sd)
110650
Rod Laver (Aus)
113242
Bill Tilden (USA)
10003
7
Novak Djokovic (Serb)
9
5031
Andre Agassi (USA)
84112
Henri Cochet (Fr)
80521
Jimmy Connors (USA)
81
025
Max Décugis (Fr)
80800
Ivan Lendl (Tsch)
82303
Fred Perry (Gb)
81133
Ken Rosewall (Aus)
84202

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 12.07.2015, 15:00 Uhr