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Grand-Slam-Turniere Ein ganzes Königreich erlöst

77 Jahre britische Leidenszeit haben ein Ende. Mit seinem Titelgewinn in Wimbledon schaffte Andy Murray das, was seit 1936 und Fred Perry keinem Briten mehr gelungen war.

Legende: Video «Andy Murray im Platz-Interview» abspielen. Laufzeit 3:18 Minuten.
Vom 07.07.2013.

«Ich weiss, wie sehr ihr euch nach einem britischen Wimbledon-Sieger gesehnt habt», rief Murray den 15'000 Zuschauern im Stadion zu: «Ich hoffe, ihr habt es genossen.»

So hat Grossbritannien 77 Jahre nach Fred Perry endlich wieder einen Church-Road-Champion. Dass dieser Schotte ist und nicht Engländer, spielt keine Rolle. Die englischen Gralshüter haben den 26-jährigen Murray längst adoptiert - ihn, der nicht erst seit seinem emotionalen Interview, das er vor 2 Wochen im TV-Sender BBC zum Massaker in seiner Heimatstadt Dunblane gegeben hatte, viel Sympathien gewonnen hat.

Die Finalniederlage vergessen gemacht

«Das fühlt sich so viel besser an», sagte Murray nach seinem souveränen Sieg gegen Novak Djokovic. Damit spielte er auf die letztjährige Final-Niederlage gegen Roger Federer an. «Das war einer der härtesten Momente in meiner Karriere.»

Hart war auch der Final 2013. Murray und Djokovic duellierten sich in schier endlosen Ballwechseln. Und auch als Murray quasi als Sieger feststand, steckte Djokovic nicht auf.

«Ich habe es irgendwie geschafft»

«Ich habe so gezittert, als ich die Matchbälle vergeben habe», sagte Murray. «Ich habe einfach nur versucht, es irgendwie zu spielen. Ich habe es irgendwie geschafft.» Als ihn die ehemalige Weltklasse-Spielerin Sue Barker fragte,
wie er die letzten Sekunden und den vierten Matchball erlebt habe,
antwortete die Weltnummer 2: «Ich habe keine Ahnung, was passiert ist.»

Seit 18 Rasen-Partien ungeschlagen

Murray ist zweifelsohne ein verdienter Sieger und, ganz britisch, ein wahrer Champion auf Rasen. Seit der prägenden Final-Niederlage gegen Federer im letzten Jahr gewann er 18 Partien auf der grünen Unterlage in Serie, was ihm 2012 auch Olympia-Gold in Wimbledon eingebracht hatte - und nun den Wimbledon-Titel. Britanniens Warten hat ein Ende. Und Fred Perry kann endlich in Frieden ruhen.

Legende: Video «Nach Titelgewinn: Murray stürmt in seine Box» abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Vom 07.07.2013.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Novak Django, South Serbia
    Murray ist mir unsympathisch, wahrscheinlich wegen seiner mürrischen Art. Djokovic hat eine ganz schwache Partie gespielt, das muss man auch sagen (Siehe UNFORCED ERRORS). Wäre davon die Hälfte (normale Verhältnisse) im Feld gelandet, wer weiss. Trotzdem Gratulation an Mr. Murraysch ;D
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Murray mag bis gestern eine mürrische Art gehabt haben, aber jetzt werdet ihr alle sehen, dass sich einiges von seiner Verkrampfung lösen wird. Der enorme Druck, als erster Brite seit 77 Jahren in Wimbledon gewinnen zu können und auch zu müssen, war ihm deutlich anzumerken. Zudem dürfen wir auch nicht vergessen, dass er sein Leben lang ein Trauma überwinden musste, nachdem er als kleiner Bub im Jahr 1996 ein Schulmassaker überlebt hatte. Auch ich habe das erst vor kurzem erfahren.
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    2. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Könnte es nicht auch sein, dass Djokovic so viele "unforced errors" unterlaufen sind, weil Murray ihn stark unter Druck gesetzt hat?
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    3. Antwort von Hahaha, Hahaha
      Was ist los, folgt nach der Federer-Mania jetzt die Murray-Mania? Hahaha! Alles Murray oder was? Hahaha!
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    4. Antwort von Novak Django, South Serbia
      @M. Bolder. Nunja, Unforced Errors werden Fehler genannt, die eben genau NICHT unter Druck geschehen sind. (deshalb "Unforced") MfG
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