Einen Schritt von der Ewigkeit entfernt

Nach seinem beeindruckenden Sieg gegen Andy Murray fehlt Roger Federer noch ein Sieg, um sich in Wimbledon definitiv unsterblich zu machen. Der Zeitpunkt für ein neuerliches Rendez-vous mit Novak Djokovic könnte nicht besser sein.

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Die Tennis-Welt freut sich auf Federer-Djokovic

3:11 min, aus sportaktuell vom 11.7.2015

Zwischen Roger Federer und seinem 8. Wimbledon-Titel steht nur noch einer. Novak Djokovic, die Weltnummer 1. Und genau mit diesem hat der «Maestro» an der Church Road noch eine offene Rechnung zu begleichen.

Es ist einmal mehr das erhoffte, wenn nicht sogar von den meisten erwartete Gipfeltreffen zwischen den zur Zeit besten Spielern der Welt. Die Nummer 1 gegen die Nummer 2.

Das Meeting mit der Tennisgeschichte

Federer lässt denn auch keine Zweifel darüber aufkommen, mit wem er es am Sonntag in der Finalreprise von 2014 zu tun bekommt. «Er ist seit einigen Jahren der beste Spieler der Welt. Er macht es anderen schwierig, Turniere zu gewinnen», stellt Federer, der 20 von 39 Duellen gegen den Serben gewonnen hat und seit genau 3 Jahren auf seinen 18. Grand-Slam-Sieg wartet, klar.

«  Wenn ich nochmals so gut serviere wie gegen Murray, kann das nur helfen. »

Roger Federer

Viel mehr will er zur Rivalität mit Djokovic nicht sagen. Auch nicht zu seiner Chance, an der Church Road seinen 8. Titel zu holen und sich damit zum alleinigen Rekordhalter zu machen. «Mir geht es einzig und allein um den Wimbledonsieg. Für diesen Moment habe ich hart gearbeitet und ich hoffe, ich kann ihn erreichen», sagt der 17-fache Major-Sieger, der sich Djokovic vor einem Jahr auf dem heiligen Rasen in 5 Sätzen hatte beugen müssen.

Chancen so gut wie nie?

Dass Wimbledon in diesem Jahr sein Saisonziel Nummer 1 sei, daraus hatte Federer nie ein Geheimnis gemacht, im Gegenteil. Selten definierte der «Maestro» ein Ziel so deutlich, wie den Turniersieg im All England Club. Er erwarte mindestens den Finaleinzug, «aber eigentlich den Sieg», so seine unmissverständliche Ansage bei Turnierhalbzeit.

«  Er wächst mit seiner Aufgabe. Wenn es am meisten zählt, kann er sein bestes Tennis auspacken. »

Novak Djokovic

Zwölf Jahre sind vergangen, seit Federer auf dem heiligen Rasen erstmals triumphiert hatte. Selten standen die Chancen auf seinen 18. Grand-Slam-Titel so gut, wie in diesem Jahr. Zwar hat der Schweizer von den letzten 6 Duellen gegen Djokovic deren 4 verloren, aber auch der Serbe weiss, dass diese Zahlen am Sonntag keine Rolle spielen werden. «Es ist der Ort, an dem er es liebt zu spielen. In Wimbledon spielt er sein bestes Tennis», ist der Titelverteidiger sicher.

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Federers Glanzauftritt gegen Murray

5:06 min, aus sportaktuell vom 10.7.2015

Kein Favorit, aber Vorteil Federer?

Für das Gipfeltreffen am Sonntag einen Favoriten auszumachen, ist schwierig. Und es ist vor allem unnötig. Sowohl Federer wie auch Djokovic haben in den vergangenen zwei Wochen deutlich gemacht, dass an ihnen zur Zeit kein Weg vorbeiführt. Einen kleinen Vorteil hat der Schweizer allerdings. Während in Djokovics Halbfinal gegen Richard Gasquet kaum jemand auf den Franzosen gewettet hat, schien das Duell zwischen Federer und Murray völlig offen.

«Es ist ein Vorteil, dass ich ein solches Spiel mit Final-Feeling bereits absolvieren konnte. Die Erwartungshaltung war riesig, und ich habe die Situation mit Bravour gemeistert», ordnete Federer seinen Glanzauftritt gegen den Schotten ein.

Grand-Slam-Bilanz Federer - Djokovic: Es steht 6:7

JahrTurnierRundeSiegerResultat
2015WimbledonFDjokovic7:6, 6:7, 6:4, 6:3
2014WimbledonFDjokovic6:7, 6:4, 7:6, 5:7, 6:4
2012WimbledonHFFederer6:3, 3:6, 6:4, 6:3
2012ParisHFDjokovic6:4, 7:5, 6:3
2011New York
HFDjokovic6:7, 4:6, 6:3, 6:2, 7:5
2011ParisHFFederer7:6, 6:3, 3:6, 7:6
2011MelbourneHFDjokovic7:6, 7:5, 6:4
2010
New YorkHFDjokovic5:7, 6:1, 5:7, 6:2, 7:5
2009New YorkHFFederer7:6, 7:5, 7:5
2008New YorkHFFederer6:3, 5:7, 7:5, 6:2
2008MelbourneHFDjokovic7:5, 6:3, 7:6
2007New YorkFFederer7:6, 7:6, 6:4
2007MelbourneAFFederer6:2, 7:5, 6:3

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Den Wimbledon-Final zwischen Roger Federer und Novak Djokovic können Sie am Sonntag ab 15:00 Uhr auf SRF zwei oder hier auf srf.ch/sport verfolgen.

Resultate