«Es fühlt sich momentan wie die Mount-Everest-Besteigung an»

Roger Federer zeigte sich nach seinem hart umkämpften 5-Satz-Sieg gegen Jo-Wilfried Tsonga (ATP 8) erschöpft, aber gut gelaunt. Nun wartet im Halbfinal am Freitag (09.30 Uhr MEZ) Andy Murray (ATP 3). Der Schotte führt im Direktvergleich gegen Federer mit 10:9.

Ein gut gelaunter Federer im Platzinterview mit Jim Courier.

Bildlegende: «Ich bin jung und erhole mich schnell.» Ein gut gelaunter Federer im Platzinterview mit Jim Courier. Keystone

Nach 3 Stunden und 34 Minuten verwertete Roger Federer gegen Jo-Wilfried Tsonga seinen 5. Matchball und zog in die Halbfinals der Australian Open ein. In einem Match, das aus Sicht des Schweizers von Höhen und Tiefen geprägt war, setzte sich mit Federer der nervenstärkere und auch etwas glücklichere Spieler durch.

«Musste etwas Glück beanspruchen»

Das sah auch Federer nach dem Match so: «Ich musste teilweise etwas Glück beanspruchen. Doch ich bin froh, dass ich nun durch bin.» Tsonga machte es dem Schweizer nicht leicht und wusste über weite Strecken mit aggressivem und schnellem Tennis zu gefallen. Federer: «Man weiss nie, was Jo als nächstes tun wird.»

Über ein Jahr nach dem letzten Aufeinandertreffen der beiden an den World Tour Finals 2011 resümierte Federer: «Tsonga war aggressiv und retournierte heute deutlich besser als in der Vergangenheit. Wenn er so weitermacht, wird es in Zukunft noch schwieriger gegen ihn.»

Die verpassten Chancen rächten sich nicht

Beim Stand von 1:1 im 4. Satz konnte Federer keine seiner 4 Breakchancen nutzen. Im 5. Satz vergab die Weltnummer 2 bei Aufschlag Tsonga gar 4 Matchbälle. «Ich hätte den Sack im 5. Satz früher zu machen müssen. Ja eigentlich schon im 4.», gestand der viermalige Australian-Open-Champion.

Im Halbfinal am Freitag trifft Federer nun auf Andy Murray, welcher im Direktvergleich mit 10:9 Siegen knapp vorne liegt. «Wenn ich nach diesem 5-Sätzer auf Spieler wie Murray und vielleicht auch Djokovic treffe, fühlt sich das momentan wie die Besteigung des Mount Everests an», meinte ein erschöpfter Federer. Doch der Baselbieter fügte mit einem Augenzwinkern sogleich an: «Wenn ich morgen aufstehe, sieht die Welt schon wieder anders aus. Ich bin jung und erhole mich schnell.»

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