Eugenie Bouchard: Warten auf die Wende

Eugenie Bouchard ist nach ihrem kometenhaften Aufstieg abrupt gebremst worden. Die Wimbledon-Finalistin von 2014 hofft, nach zahlreichen Auftaktniederlagen und überhöhten Erwartungen in London eine Trendwende einzuleiten.

Eugenie Bouchard streicht mit dem Handrücken übers Kinn.

Bildlegende: Hat zu beissen Eugenie Bouchard kam in diesem Jahr noch nicht richtig auf Touren. Imago

Eugenie Bouchard kehrt gern an den Ort ihres grössten Erfolgs zurück. 2014 erreichte sie in Wimbledon ihren bislang einzigen Grand-Slam-Final, den sie allerdings gegen Petra Kvitova verlor. «Wenn du an Tennis denkst, denkst du an Wimbledon», unterstreicht die Kanadierin die historische Bedeutung des All England Club gegenüber The Guardian.

«  Ich erwartete, dass dieses Jahr wie das letzte oder noch besser wird »

«Ich liebe es, in Wimbledon zu sein», so die 21-Jährige. Positive Gefühle kann sie brauchen, durchläuft sie doch gerade die wohl schwierigste Phase ihrer Karriere. Nach ihrem steilen Aufstieg 2014, als sie in Melbourne, Paris und Wimbledon bei drei der vier Major-Turniere mindestens den Halbfinal erreicht hatte, wurde sie 2015 abrupt gebremst.

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Bouchard gibt gegen Bencic auf

3:01 min, aus sportaktuell vom 24.6.2015

Eine schmerzhafte Erkenntnis

«Ich erwartete, dass dieses Jahr wie das letzte oder noch besser wird», so Bouchard gegenüber The Guardian. Aber nach Jahresbeginn habe sie realisiert, dass es vielleicht einen Rückschritt gebe.

Bei den Australian Open stiess sie bis in den Viertelfinal vor. Doch seither setzte es bei 7 Turnieren eine Auftaktniederlage ab. Bei den French Open scheiterte sie bereits in Runde 1 an Kristina Mladenovic, beim Rasen-Vorbereitungsturnier in Eastbourne wurde sie im Achtelfinal von Belinda Bencic dominiert und gab Mitte des 2. Satzes auf.

«  Es gab definitiv Momente, in denen ich nicht sicher war, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe »

Bouchard erzählte The Guardian vor kurzem nun, dass sie gelernt habe, die Niederlagen zu akzeptieren, indem sie sich sage: «Weisst du was, ich könnte auch noch ein paar Spiele mehr verlieren und immer noch weiterleben. Es ist nur ein Tennismatch.» Sie habe das Gefühl, die Leute würden sehr schnell durchdrehen.

Eugenie Bouchard und Sam Sumyk.

Bildlegende: Mit neuem Trainer Eugenie Bouchard und Sam Sumyk. Imago

Bouchard hatte sich nach Saisonende überraschend von Nick Saviano getrennt, der sie seit ihrem 12. Lebensjahr gecoacht hatte. Anfang Februar präsentierte sie Sam Sumyk als neuen Trainer. Nach dem schwierigen Start ins neue Jahr habe sie aber durchaus Zweifel gehabt. «Es gab definitiv Momente, in denen ich nicht sicher war, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe», so Bouchard gegenüber ESPN.

Träumen vom Wimbledon-Titel

An der Church Road will sie ihrem Jahr nun endgültig eine neue Wende geben. Denn schliesslich ist die Kanadierin, die 2012 in Wimbledon den Juniorinnentitel geholt hat, immer noch ambitioniert: «Mein erstes Ziel ist es, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Und wenn ich wählen könnte, dann wäre es Wimbledon.»

Bouchards Resultate bei Grand-Slam-Turnieren


Australian Open
French Open
WimbledonUS Open
2015Viertelfinal
1. Runde
2014HalbfinalHalbfinalFinalAchtelfinal
2013Out in der Quali2. Runde
3. Runde
2. Runde
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Wimbledon 2014: Bouchards Finalniederlage gegen Kvitova

0:46 min, vom 5.7.2014

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 24.6.15, 22:20 Uhr