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Falls Djokovic draussen bleibt Nummer 1 in Gefahr: Zverev und Medwedew lauern

Der Deutsche Alexander Zverev könnte der grosse Profiteur des Fehlens von Novak Djokovic an den Australian Open sein.

Alexander Zverev.
Legende: Seine Chancen auf den Titel steigen Alexander Zverev. imago images

Nach mehreren Wendungen in der Posse rund um Novak Djokovics Einreise nach Australien sieht es unmittelbar vor Beginn der Australian Open (erste Spiele in der Nacht auf Montag) danach aus, als würde das Turnier ohne den Titelverteidiger über die Bühne gehen.

Keine Frage, in sportlicher Hinsicht wäre ein Fehlen der Weltnummer 1 für sämtliche involvierten Parteien ein herber Verlust: Für die Turnierveranstalter, für den australischen Tennisverband und vor allem auch für Djokovic selber.

Konsequenzen noch unklar

Der Serbe war mit dem Ziel nach Australien geflogen, das Melbourne-«Stängeli» zu komplettieren. 9 Mal konnte Djokovic das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres bereits für sich entscheiden, so oft wie kein anderer Spieler. Titel Nummer 10 muss nun aber warten.

Und wer weiss wie lange, denn zu allem Übel droht dem 34-Jährigen auch noch eine dreijährige Einreisesperre nach Australien. So sieht es zumindest das Standard-Prozedere bei einer Visum-Annullierung vor.

Alleiniger Rekord muss warten

Zurück zum Sportlichen: Djokovic bleibt nicht nur die Chance auf seinen 10. Titel in Melbourne verwehrt, sondern auch die Möglichkeit, zum alleinigen Rekordsieger bei Grand-Slam-Turnieren aufzusteigen. Wie Roger Federer und Rafael Nadal hat auch der «Djoker» 20 Major-Turniersiege auf dem Konto. Aus diesem Trio hat aktuell einzig Nadal die Chance auf Nummer 21.

Rafael Nadal.
Legende: Nutzt er die Gunst der Stunde? Rafael Nadal. imago images

Der Spanier gehört an den Australian Open jedoch nicht zu den meistgenannten Favoriten. Zum einen, weil er nach überstandener Verletzung und zuletzt auch Corona-Erkrankung erst seit Kurzem wieder zurück auf dem Platz ist, zum anderen aber auch, weil sein bisher einziger Triumph in Melbourne 13 Jahre zurückliegt. Die Australian Open sind das einzige Grand-Slam-Turnier, welches Nadal nicht mehrfach gewinnen konnte.

Duo in Pole Position – auch Nummer 1 steht auf dem Spiel

Auch bei einer Teilnahme von Djokovic wären die Chancen von Daniil Medwedew auf den Titel mehr als intakt gewesen. Ohne Djokovic steigen die Aktien des Russen nochmals bedeutend, und nicht nur der Setzliste (Medwedew ist an Nr. 2 gesetzt) wegen. Medwedew sicherte sich 2021 das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres (US Open, Finalsieg über Djokovic), zudem stand er an den Australian Open im Vorjahr im Final (Niederlage gegen Djokovic). Der Turniersieg wäre die logische Konsequenz.

Sollte Medwedew in Melbourne tatsächlich den Norman Brooks Challenge Cup in die Höhe stemmen, würde er Djokovic an der Spitze der Weltrangliste ablösen. Medwedews Rückstand beträgt aktuell 2080 Punkte. Sollte Djokovic dem Turnier fernbleiben müssen, würden dem Serben als Titelverteidiger 2000 Punkte aus der Wertung fallen. Medwedew hingegen würde nochmals 800 Zähler hinzugewinnen.

Daniil Medwedew.
Legende: Er will sofort nachlegen Daniil Medwedew will nach den US Open auch die Australian Open gewinnen. imago images

Sein ärgster Widersacher dürfte Alexander Zverev sein. Für den Deutschen spricht die neu gewonnene Konstanz an Major-Turnieren, die ihm vor ein paar Jahren noch gefehlt hatte. In den letzten zwei Jahren erreichte er an den Grand-Slam-Turnieren immer die 2. Woche, 3 Mal stand er im Halbfinal, 1 Mal im Final. Hinzu kommt, dass Zverev das Jahr 2021 mit einem beeindruckenden Sieg an den ATP Finals abschloss.

Video
Archiv: Zverev schlägt Medwedew und gewinnt die ATP Finals
Aus Sport-Clip vom 21.11.2021.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 42 Sekunden.

Zverev wäre in einem möglichen Halbfinal auf Djokovic getroffen. Der 24-Jährige dürfte nicht unglücklich darüber sein, dass ihm der Serbe nicht im Weg stehen wird. Zwar konnte Zverev schon 4 Siege gegen Djokovic feiern, an Grand-Slam-Turnieren ging er aber immer als Verlierer vom Platz.

Die Ausgangslage für den 1. Major-Titel ist für Zverev verhältnismässig günstig. Und sollte er bei einer Nicht-Teilnahme Djokovics tatsächlich triumphieren, wäre der Hamburger nebenbei auch noch die neue Nummer 1.

SRF 4 News, 13.01.2022, 00:00 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Hegetschweiler  (hansicomment)
    Könnte man nicht die Matches von Djokovic durch Zuckerbergs Metaverse mit 3D-Brillen durchführen lassen?
  • Kommentar von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
    Dieses typisch selbstgerechte, unreflektierte beurteilen auf Blick Niveau ist eine schweizer Unart die ihres gleichen sucht.
    1. Antwort von Daniel Häberlin  (Svensk)
      Was bitte ist an diesem Artikel selbstgerecht oder unreflektiert? Wird denn irgendwo ein Schweizer (die einzige Möglichkeit dafür wäre übrigens Henri Laaksonen) zu den Favoriten gezählt? Ja, es werden zwar Vermutungen aufgestellt, wer die Australian Open gewinnen könnte, aber es wird nichts einfach blind behauptet, sondern versucht, diese Vermutungen mit Fakten zu untermauern. Und von wegen Blick-Niveau: Mit Verlaub, die deutsche Bildzeitung ist vom Niveau her noch viel weiter unten.
  • Kommentar von Daniel Häberlin  (Svensk)
    Liebe Tennis-Fans, es tut mir wirklich weh, dass selbst bei einem Artikel, in dem es nur darum geht, wer die diesjährigen Australian Open gewinnen könnte, die Verteidiger und die Kritiker von Đoković einander gegenseitig niederschreiben. Leute, konzentriert euch doch wenigstens hier mal auf das Sportliche und äussert euch zur im Artikel gestellten Frage nach dem Ausgang des Turniers. Für Äusserungen zum Prozess rund um die Einreise von Đoković gibt es parallel dazu einen anderen Artikel.