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Grand-Slam-Turniere Federer: Erweiterte statt absolute Weltspitze?

Zum ersten Mal seit fast 10 Jahren ist Roger Federer bei einem Grand-Slam-Turnier gegen einen Gegner ausserhalb der Top 4 ohne Chance geblieben. Die Rasensaison wird zeigen, ob es sich dabei nur um einen Ausrutscher handelte.

Legende: Video «Federers Dreisatz-Niederlagen bei Grand-Slam-Turnieren» abspielen. Laufzeit 2:19 Minuten.
Vom 05.06.2013.

Dreisatz-Niederlagen bei Grand-Slam-Turnieren haben bei Roger Federer Seltenheitswert. Bei 56 Teilnahmen respektive in 296 Spielen verlor er nur 15 Mal, ohne dabei einen Satz für sich entscheiden zu können. Seit 2004 musste er den Court nur gerade 4 Mal ohne den Gewinn eines Durchgangs verlassen und immer hiess sein Bezwinger entweder Rafael Nadal (French Open 2008) oder Novak Djokovic (Australian Open 2008 und 2011, French Open 2012).

Federers Probleme auf Sand

Es mag auf den ersten Blick erstaunen, dass der auf schnellen Belägen stärker einzustufende Tsonga Federer ausgerechnet auf Sand in 111 Minuten vom Platz fegte. Doch wer genauer hinschaut, der stellt fest, wie schwer sich der Schweizer in den vergangenen Jahren auf der roten Asche tat. Bereits vor Jahresfrist spielte der 31-Jährige in Paris ein durchschnittliches Turnier und blieb im Halbfinal gegen Novak Djokovic ohne Chance. Abgesehen vom Titel auf der umstrittenen blauen Unterlage in Madrid konnte Federer seit 4 Jahren kein Sandplatzturnier mehr gewinnen.

Der Schweizer richtete seinen Blick nach der Niederlage in Paris schnell wieder nach vorne.
Legende: Quo vadis, Roger Federer? Der Schweizer richtete seinen Blick nach der Niederlage in Paris bereits wieder nach vorne. Reuters

Nicht mehr bei den Allerbesten

Dass Federer bei einem Major gegen einen Spieler ausserhalb der Top 4 nichts ausrichten kann, ist dennoch neu. Letztmals ging er 2004 gegen Gustavo Kuerten in Paris ähnlich chancenlos unter. Es ist ein Hinweis darauf, dass der Abstand zwischen dem Schweizer und seinen Verfolgern in den letzten Monaten nicht nur rechnerisch, sondern auch spielerisch kleiner geworden ist.

Zwei Beispiele, welche dies verdeutlichen: Federer ist neben Tomas Berdych der einzige Top-10-Spieler, der in der laufenden Saison noch kein Turnier gewinnen konnte. In der Jahreswertung liegt der Baselbieter lediglich auf Rang 6 wird nun auch von Tsonga überholt werden. 

Getrübte Vorfreude auf die Rasensaison

Bei der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen Tsonga zeigte sich Federer zwar gefasst, die Zweifel waren ihm aber ins Gesicht geschrieben. Federer warnte aber davor, ihn - einmal mehr - abzuschreiben. «Die Bilanz wird nach den US Open gezogen», stellte er klar.

Bis dahin möchte der Schweizer wieder mit Erfolgserlebnissen von sich reden machen. Am liebsten schon nächste Woche in Halle und dann in Wimbledon. Dort strebt Federer den 8. Titel an. Sollte er in London wie schon im letzten Jahr triumphieren - das Viertelfinal-Out in Paris wäre nichts mehr als eine verschwommene Erinnerung...

38 Kommentare

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  • Kommentar von jean passant, thun
    @Diverse. Alle unter den ersten 12 der Rangliste haben mindestens ein Turnier siegreich beendet, Nadal deren 6, RF nicht. RF profitiert noch von der unrealistishen Ranglistenposition, wenn diese wegfällt wird er früher Gegner bekommen, die ihn schlagen werden. Er verlor gegen Tsonga, Berdych, Benneteau, Nishikori , Bilanz gegen die Besten 20: 3:7, da ist ein anzunehmende Platzierung zwischen 15-20 eher sogar optimistisch.
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    1. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Da gebe ich Ihnen in einigen Punkten recht. Aber: Die Weltrangliste hinkt nun mal der Realität hinterher. Tsonga zum Beispiel steht im Moment weiter vorn, als es die Liste erahnen liesse. Federer wurde damals erst einige Zeit, nachdem er das entsprechende Niveau bereits erreicht hatte, die Nummer 1. Und nach wie vor gilt: Federer war in diesem Jahr in jedem gespielten Turnier mindestens unter den besten acht Spielern. Wir werden sehen, was dieses Jahr noch bringt...
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    2. Antwort von malfino croce, laufen
      Es haben auch schon andere Tennisgrössen unter einer längeren Durststrecke leiden müssen. Becker und Agassi gelang es damals mit weit über dreissig Jahren, noch einmal gross aufzuspielen und bedeutende Titel zu holen. Jimmy Connors (1952) hat Siege von 1972 - 1989 gefeiert. Und Ivan Lendl (1960) hat bis 1993 Einzelturniere gewonnen. Alle, welche in höherem Tennisalter Siege feierten, waren längst nicht mehr die Nummer 1 in der Weltrangliste. Also, was genau wollen sie da RF vorwerfen?
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  • Kommentar von RDG, Goldau
    Ein Federer als Nr. 10 ist nicht mehr ein Federer. Wenn du auf dem Höhepunkt abtrittst wird die Welt immer von dir sprechen und man meint du wärst immer Spitze geblieben, denn man sah niemals eine Schwäche. Wenn du aber mit dem Brecheisen weiterspielst und immer tiefer rutschst, so wird eine schlechte Erinnerung zurückbleiben, denn man entdeckt jetzt auch deine schlechte Seite. Du musst dann aufhören. Ich glaube nicht das Federer als Nr. 10 noch weiter spielen würde.
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  • Kommentar von Timo Schneider, Kleinandelfingen
    Mir geht es auch gehörig auf den Sack, wenn man Federer immer wieder kritisiert statt seine tollen Leistungen zu respektieren. Und ich finde, man darf ruhig auch den Gegnern den gebührenden Respekt zukommen lässt, die können ja auch Tennis spielen. JEDER möchte die Nr. 1 sein....Und überhaupt: Solange Federer Spass am Tennis hat, wieso sollte er aufhören? Selbst wenn er die Nr. 200 der Welt wäre, würde er hoffentlich den Schläger nicht beiseite legen, nur wegen schwachsinnigem Jouralismus.Go RF!
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