Federer lässt Berdych verzweifeln und zieht in den Final ein

Roger Federer hat sich auch von einem ausgezeichnet aufgelegten Tomas Berdych nicht stoppen lassen. Ohne einen Satz abzugeben zog der «Maestro» in seinen 11. Wimbledon-Final ein.

  • Federer besiegt Berdych mit 7:6 (7:4), 7:6 (7:4), 6:4
  • Der Schweizer bleibt ohne Satzverlust und gewinnt auch seine Tiebreaks Nummer 4 und 5 am diesjährigen Turnier
  • Der 35-Jährige spielt am Sonntag gegen Marin Cilic um seinen 8. Wimbledon-Titel

Endgültig den Zahn zog Federer seinem tschechischen Widersacher im 3. Satz, als er beim Stand von 3:3 seinen zweiten Servicedurchbruch der Partie realisierte. Kurz zuvor hatte er selbst zwei Breakchancen abwehren müssen. Und er tat dies mit drei Assen und einem Aufschlagwinner auf beeindruckende Art und Weise.

Nach 2:18 Stunden verwertete Federer auf dem Centre Court seinen 1. Matchball zum 7:6, 7:6, 6:4-Sieg. Und erntete von den Zuschauern Standing Ovations.

Der alleinige Rekord ruft

Damit steht Federer an der Church Road zum 11. Mal im Final. Am Sonntag wird er gegen Marin Cilic nicht nur um seinen 8. Titel in Wimbledon spielen, sondern könnte seine unglaubliche Marke von 18 Major-Titeln noch einmal um einen Zähler nach oben schrauben.

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Federer: «Bin noch nicht ganz richtig im Kopf»

2:02 min, vom 14.7.2017

«Ich fühle mich absolut privilegiert, hier ein weiteres Mal im Final zu stehen. Ich bin noch nicht ganz richtig im Kopf, aber ich freue mich riesig», so Federer, der mit seinem 8. Titel auf dem heiligen Rasen zum alleinigen Rekordsieger aufsteigen würde.

Tiebreaks hat der «Maestro» im Griff

Der Weg in den Final war für Federer mit einem harten Stück Arbeit verbunden. Berdych lieferte im 25. Duell mit dem Schweizer eine seiner wohl besten Leistungen ab. Mit dem 2. Einzug in einen Grand-Slam-Final wurde es dennoch nichts. In beiden Tiebreaks der ersten beiden Sätze zog er den Kürzeren.

In der Kurzentscheidung des 1. Durchgangs ermöglichte die tschechische Weltnummer-15 Federer mit Fehlern die entscheidenden Punkte, im 2. Umgang spielte der 18-fache Major-Sieger schlicht zu gut. Mit einem Returnwinner und einem Vorhandwinner der Extraklasse machte er bei Aufschlag Berdych den Unterschied.

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Auch aus dieser Position kann man Winner schlagen

0:25 min, vom 14.7.2017

Cilic oder Federer? Aufschlagen können beide

Eine seiner stärksten Waffen war bei Federer erneut der Aufschlag. Das einzige Mal im Stich hatte ihn dieser im 1. Durchgang gelassen, als er das Rebreak zum 4:4 hinnehmen musste. Auch mit Winnern aus allen Lagen wusste der Baselbieter zu begeistern – selbst dann, wenn er auf dem falschen Fuss erwischt wurde.

Im Endspiel am Sonntag wird gegen Cilic erneut viel vom Aufschlag abhängen. Der grossgewachsene Kroate wird Federer in dieser Hinsicht in nichts nachstehen. Gut also, weist Federer in Sachen Tiebreaks eine makellose Bilanz auf. Von 5 Tiebreaks am diesjährigen Turnier hat er sämtliche gewonnen.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 14.07.2017, 14:00 Uhr