Federer über Umweg in die dritte Runde

Roger Federer hat sein Zweitrundenmatch an den Australian Open letztlich souverän gewonnen. Der 33-Jährige bezwang Simone Bolelli (ATP 48) nach einem Fehlstart mit 3:6, 6:3, 6:2, 6:2.

Ein Schatten legte sich über den sonnengefluteten Centre Court in Melbourne, als sich Federer nach dem verlorenen Startsatz den kleinen Finger der rechten Hand hielt und medizinischen Beistand hinzuzog. Der Schweizer, der seit 2004 an den Australian Open stets die Halbfinals erreichte, hatte sich von Bolelli geradezu überrollen lassen. 3:6 lautete das klare Verdikt zugunsten des Italieners. Im vierten Duell gab Federer gegen den 29-Jährigen erstmals einen Satz ab.

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Roger Federer im Interview

2:39 min, vom 21.1.2015

Probleme mit dem kleinen Finger

Was genau mit seinem Finger passiert war, wusste Federer nach dem Match nicht zu erklären. «Es fühlte sich an, als hätte mich etwas gestochen», gab er zu Protokoll und fügte an, er sei dadurch gestört gewesen. «Ich habe mich schon als Verlierer gesehen», verriet Federer gar. Dennoch: Die allfälligen Zweifel nach dem Satzverlust verflüchtigten sich schnell.

In der Folge war es Federer, der bei Temperaturen um 30 Grad heiss lief. Er liess im 2. Satz zwar 2 Breakchancen zum 4:2 aus, weil er mit der Rückhand zuviel riskierte. Die Gelegenheit zum 5:3 packte er jedoch beim Schopf. Bolelli baute zusehends ab und konnte seinen Aufschlag nur noch selten halten. 2 Breaks für Federer im dritten Durchgang waren die Folge. Mit 6:2 ging dieser an den Favoriten.

Federer wie ein Uhrwerk

Der 17-fache Grand-Slam-Sieger funktionierte wie ein Uhrwerk. Die ersten 3 Sätze dauerten jeweils exakt 33 Minuten. Wie schon im dritten nahm Federer seinem Gegner auch im vierten Satz den Aufschlag zweimal ab. Als nach 2:09 Stunden der Einzug in die 3. Runde feststand, schien der erste Durchgang nur noch einer blassen Erinnerung gleichzukommen.

Auch wenn Federer im Nachgang von einer «happigen Partie» sprach, war Bolelli nur zu Beginn ein schwieriger Gegner. Dass der Italiener gleich seine einzige Breakchance genutzt hatte, wurmte den Schweizer etwas. «Vielleicht hätte ich das Break nicht kassieren dürfen», übte Federer Selbstkritik. Bolelli lobte er hingegen. Dieser habe einfach draufgehauen, dies aber sehr gut gemacht.

Wieder gegen einen Italiener

Federer trifft in den Sechzehntelfinals auf den Südtiroler Andreas Seppi (ATP 46). Im Head-to-Head führt der Schweizer gegen den Italiener mit 10:0, er konnte ihn an den Australian Open bereits 2009 in 3 Sätzen bezwingen. In den 10 Duellen konnte Seppi erst einen einzigen Satz gegen den Schweizer gewinnen.

Ob Federer wie zum Turnierauftakt die Night Session bestreitet oder wie gegen Bolelli in der Hitze antreten wird, ist noch offen. Für den Schweizer steht jedoch fest, dass die Australian Open das Grand-Slam-Turnier mit den unterschiedlichsten Bedingungen sind.

Bedingungen «wie Tag und Nacht»

Im wahrsten Sinne des Wortes sei es «wie Tag und Nacht», wann man spiele. «Die Sonne macht hier am meisten aus. Wenn man am Tag spielt, springt der Ball extrem auf, was in der Nacht nicht der Fall ist.» Es gelte, sich entsprechend anzupassen.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 21.01.15 05:30 Uhr

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