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Grand-Slam-Turniere Matchbälle abgewehrt, Tränen vergossen: Bencic gewinnt Krimi

Belinda Bencic hat die 2. Runde an den US Open in extremis überstanden. Die 18-jährige Schweizerin setzte sich in einer nervenaufreibenden Partie gegen Misaki Doi (Jap/WTA 88) nach 3 abgewehrten Matchbällen nach fast 3 Stunden mit 5:7, 7:6 (7:3) und 6:3 durch.

Legende: Video Bencic ging durch ein Wechselbad der Gefühle abspielen. Laufzeit 2:28 Minuten.
Aus sportaktuell vom 03.09.2015.

Zwischen Belinda Bencic (WTA 12) und Misaki Doi spielte sich auf Platz 11 in Flushing Meadows ein wahrer Krimi ab. Ein Krimi, der Bencic nicht nur viel Energie, sondern auch viele Nerven kostete. So sehr, dass die 18-Jährige am Ende des 2. Satzes einige Tränen vergiessen musste.

Manchmal kann ich mich nicht kontrollieren.

«Ich war einfach so frustriert heute. Manchmal kann ich mich einfach nicht mehr kontrollieren. Ich weiss, dass ich daran arbeiten muss», sagte Bencic. Was war geschehen?

5:2-Führung reichte vorerst nicht

Bencic steuerte im 2. Durchgang mit einer 5:2-Führung dem Satzausgleich entgegen. Doch dann flatterten bei der Ostschweizerin die Nerven. 8 Satzbälle reichten vorerst nicht, Doi konnte den doppelten Breakrückstand wettmachen. Zudem brachte die Schiedsrichterin Bencic mehrfach aus der Fassung, weil sie die Linienrichter überstimmte. Auf das Hawk-Eye konnte die Schweizerin auf dem Nebenplatz nicht zurückgreifen.

Mit 9 Punkten in Folge Richtung Satzgewinn

Und es kam noch schlimmer für Bencic: Die Japanerin erspielte sich beim Stand von 6:5 gleich 3 Matchbälle in Serie. Doch dann kippte das Momentum wieder. Mit der Wut im Bauch schlug Bencic zurück, schaffte 9 Punkte in Folge und sorgte für die Vorentscheidung im 2. Umgang.

Legende: Video Die grosse Wende von Bencic abspielen. Laufzeit 1:25 Minuten.
Aus sportlive vom 03.09.2015.

Nach genau 2 Stunden war der Satzausgleich Tatsache. Während Doi den Platz verliess fand Bencic die Zeit, um sich zu sammeln. Und sie tat dies erfolgreich. Mit einem frühen Break und einer 3:0-Führung legte sie den Grundstein zum 5:7, 7:6 (7:3), 6:3-Sieg.

7 Breaks im 1. Satz

Bereits der 1. Satz war nichts für schwache Nerven. 7 Mal wurde die Aufschlägerin gebreakt, vom 1:1 bis zum 3:3 brachte weder Bencic noch Doi ihren Service durch. Bencic hatte zwar zweimal mit Break geführt, dies reichte aber dennoch nicht zum Satzgewinn.

4. Duell mit Venus Williams

Nach einem Tag Pause geht es für Bencic am Freitag mit dem Duell gegen Venus Williams (WTA 23) weiter. Die Amerikanerin bekundete gegen Landsfrau Irina Falconi (WTA 73) ebenfalls Mühe und siegte mit 6:3, 6:7 (2:7) und 6:2. Bencic hat zwar alle 3 bisherigen Duelle verloren, freut sich aber auf das Spiel: «Das sind die Partien, wofür man trainiert und von denen man träumt.»

Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 02.09.2015, 23:15 Uhr

Legende: Video Belinda Bencic siegt nach Ausraster und Tränen abspielen. Laufzeit 4:06 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 03.09.2015.

26 Kommentare

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  • Kommentar von Armin Meier, Zürich
    In meinen Augen kein sympathischer Auftritt der jungen Spielerin. Die junge Dame hält sich offensichtlich für etwas Besseres. Das die Schiedsrichterin falsche Entscheidungen getroffen haben soll, lässt sich nicht beweisen und war aus der Sicht des TV-Zuschauers keineswegs offensichtlich.
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  • Kommentar von joe johnson, solothurn
    boah war das eine emotionale achterbahnfahrt!! mann habe ich mitgelitten. bin jetzt noch "kaputt" :-). es scheint als belinda ihre emotionen wie wut und schiere verzweiflung derzeit "rauslassen" muss. ähnlich wie roger am anfang seiner karriere. sie kann es (noch) nicht kanalsieren in positive energie für das spiel. aber das kann noch werden. solche partien werden sie formen. am ende ein grosser sieg! die gegnerin war stark und zäh, der druck war imens, die rahmenbedingungen schwierig.
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Bencic hat jeweils nach Breaks irgendwie die Konzentration verloren. In dieser Klasse und bei solch einer Gegnerin kann das schief gehen. Ihre emotionalen Ausbrüche sind menschlich verständlich, spielen aber der Gegnerin in die Karten. Die Reporter haben das sehr wohl angemerkt und kritisiert. Zum Glück konnte sie sich in den entscheidenden Momenten auf ihren 1. Aufschlag verlassen. Eine Achterbahnfahrt, die viel Kraft gekostet hat. Das ist eine ernste Nachbesprechung nötig.
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