Zum Inhalt springen

Grand-Slam-Turniere Mit Kleidern aus dem Souvenir-Shop in Runde 3

Noch nie etwas von Sebastian Ofner gehört? Kein Problem, da sind Sie nicht allein. Hier gibt's mehr zur unglaublichen Geschichte des Wimbledon-Überraschungsmannes.

Legende: Audio «Die besten Quotes von Sebastian Ofner» abspielen. Laufzeit 1:49 Minuten.
1:49 min

Auf Court 6 ereignete sich am Donnerstag eine regelrechte Sensation. In der Abenddämmerung zwang der Österreicher Sebastian Ofner (ATP 217) die Weltnummer 18 Jack Sock in fünf Sätzen in die Knie.

Sebastian, wer? Das fragte sich auch das Dutzend Journalisten, das sich nach 22 Uhr im kleinen Interviewraum 7 eingefunden hatte, um mehr über die unglaubliche Geschichte des Qualifikanten zu erfahren. Wir haben die 10 spannendsten Fakten zusammengefasst:

  • Ofner spielte in der 1. Runde der Qualifikation seinen ersten Match auf Rasen überhaupt, trainiert hatte er davor 2 Stunden. In der 3. Quali-Runde drehte er einen 0:2-Satzrückstand.
  • Einen Kleidersponsor hat der 21-Jährige nicht, er bestritt die 3 Qualifikations-Partien mit einem einzigen Match-Dress. «Gewaschen habe ich es nur einmal.»
  • Das restliche Outfit kaufte er sich im Souvenir-Shop von Wimbledon mit einer Gutscheinkarte von 250 Pfund, die er vom Veranstalter erhielt.
  • Ofners Coach ist Wolfgang Thiem, der Vater von Dominic Thiem.
  • Der Newcomer hat eine abgeschlossene Schulausbildung und setzt erst seit einigen Monaten auf die Karte Spitzensport. Unterstützt wird er vom österreichischen Bundesheer.
  • Der Mann aus Sankt Marein hat mit dem Einzug in die 3. Runde sein bisheriges Karriere-Preisgeld fast verdreifacht
  • In der Freizeit spielt Ofner gerne Playstation. «Ich hasse Sportspiele, ich stehe mehr auf Actiongames wie Ego-Shooter.»
  • Als seine Stärken nennt Ofner den Aufschlag und die Rückhand.
  • Der Rechtshänder wurde zuletzt oft mit dem verstorbenen österreichischen Musiker Falco verglichen. «Das liegt wohl an der Frisur, die hab ich aber erst seit etwa zwei Monaten.»
  • Sein steirischer Vorgänger Thomas Muster hatte in Wimbledon nie einen Match gewonnen, legendär dessen Aussage, Rasen sei nur etwas für Kühe. Ofner: «Es ist schon speziell, steirische Tennisgeschichte geschrieben zu haben.»

In der 3. Runde trifft Ofner am Samstag auf Alexander Zverev. Tipps wird er sich bei Dominic Thiem holen, mit dem er am Freitag noch trainiert. Dieser hatte sich während seiner Pressekonferenz immer wieder über den Spielstand bei Kumpel Ofner erkundigt.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 6.7.17, 14 Uhr

5 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Was gibt es erfrischenderes,als einen aufstrebenden Underdog. Weiter so.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Serge Mühlematter (Lautrec)
    Sensation? Unglaublich? Würde der Begriff "Überraschung" nicht ausreichen? Wenn einer in die Top 250 kommt, hat er wohl nicht nur verloren bisher. Was schreiben Sie dann, wenn er in den Final kommt? Eine "Riesensensation"? Wenn die Schweiz in den Fussball-WM-Final kommt? Wenn der FC Breitenrain in die SuperLeague aufsteigt? Überlassen Sie doch die Riesensensationen den Tabloids und bleiben Sie auf SRF sportlich-sachlich. Z.B. Wäre es spannend, welches seine bisherigen Erfolge waren? Ö-Ranking?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Rudolf Räber (carator)
      Da übertreibst Du aber, eine Sensation ist es allemal. Und wir erfahren im Artikel doch einiges über den jungen Herrn und seinen Landsmann, die ehemalige Nr. 1 . Ö-Ranking? Wen interessiert denn das?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von SaliDu TschauDu (SaliDu)
    Ist doch schön, dass es im Sport immer wieder Underdogs gibt, die irgendwann einen Lauf haben und gegen "grosse" gewinnen. Hoffe für ihn, dass ers noch die eine oder andere Runde weiterschafft! (Ach ja, Thomas Muster ist ja wohl der beste Namen, dann kann man immer die Vorlage verwenden, wenn man ein Formular ausfüllen muss)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Martin Ebersold (wederLinksnochRechts)
      hoff ihm auch alles gute. aber nur noch zwei siege. ansonsten wär federer definitiv nicht im final :-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen