Nick Kyrgios: Trainerlos aber optimistisch

Nick Kyrgios hat 2014 an der Church Road mit seinem ersten Viertelfinal-Einzug bei einem Grand-Slam-Turnier für Furore gesorgt. Zuletzt lief es dem 20-jährigen Australier nicht rund, doch er ist für Wimbledon zuversichtlich.

Nick Kyrgios schlägt eine Rückhand.

Bildlegende: Rückkehr in den All England Club Nick Kyrgios hat nach seinem Viertelfinal-Einzug im Vorjahr in Wimbledon auch 2015 grosse Ambitionen. Reuters

Spätestens mit seinem brillanten Auftritt im Wimbledon-Achtelfinal gegen Rafael Nadal spielte sich Nick Kyrgios, die damalige Nummer 144 der Weltrangliste, in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit.

Der Aufstieg des 20-jährigen Talents ging seither kontinuierlich weiter. Bei den Australian Open erreichte er zu Jahresbeginn zum 2. Mal einen Major-Viertelfinal; in der 3. Runde von Roland Garros bedeutete dann wie bereits in Melbourne Andy Murray Endstation.

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Queen's: Wawrinka lässt Kyrgios keine Chance

0:59 min, aus sportaktuell vom 16.6.2015

Klatsche gegen Wawrinka

Ein Jahr nach seinem sensationellen Sieg gegen Nadal kehrt Kyrgios als Weltranglisten-29. nach Wimbledon zurück. Gleichwohl hat der australische Shootingstar keine einfache Vorbereitung hinter sich. Beim Vorbereitungsturnier in Queen’s kassierte er gegen Stan Wawrinka in Runde 1 eine diskussionslose 3:6, 4:6-Niederlage.

Trennung vom Trainer

Danach zeigte sich der Australier frustriert und sagte: «Ich will nicht an Tennis denken, alle Tennis-Sender abstellen, meine ATP-App löschen und einfach während einer ganzen Woche nicht an Tennis denken.» Daraufhin erklärte Kyrgios für den Rasenevent in Nottingham Forfait, womit er in Wimbledon fast ohne Matchpraxis auf Rasen antritt.

«  Es ist nie eine einfache Entscheidung, eine Coachingbeziehung zu beenden »

Kommt hinzu, dass Kyrgios und sein Coach Todd Larkham per sofort getrennte Wege gehen. «Es ist nie eine einfache Entscheidung, eine Coachingbeziehung zu beenden und dies vor dem Start eines Grand Slams zu tun, ist umso schwieriger», kommentierte Kyrgios die Trennung zu Wochenbeginn auf seiner Webseite. «Aber ich spüre, dass dies zu diesem Zeitpunkt die richtige Entscheidung ist.» Im All England Club wird er vom australischen Tennisverband unterstützt.

Mit Federer in London

Nach seinen demotivierten Aussagen nach dem Queen’s-Out klang Kyrgios auf Twitter am Montag wieder deutlich positiver. «Ich fühle mich viel besser», schrieb er. Und überhaupt scheint der selbstbewusste Australier kaum Zweifel vor seinem erst 2. Wimbledon-Start zu haben. «Ich bin immer noch zuversichtlich.» Er wisse, dass er nicht zwingend allzu viele Partien brauche vor Grand-Slam-Turnieren. Die fehlende Matchpraxis kompensierte er mit einem Training mit Roger Federer.

Kyrgios' Resultate bei Grand-Slam-Turnieren

Australian OpenRoland Garros Wimbledon US Open
2015Viertelfinal
3. Runde
20142. Runde
1. Runde
Viertelfinal3. Runde
2013Out in der Quali
2. Runde
-1. Runde

Sendebezug: SRF 4 News, 26.06.2015, 19:45 Uhr