Rutschiger Rasen sorgt für rote Köpfe

Viel mehr als die Matches gibt in Wimbledon der Rasen zu reden. Nach der schweren Verletzung von Bethanie Mattek-Sands schrillen bei den Spielern die Alarmglocken.

Bethanie Mattek-Sands.

Bildlegende: Wird von Mann Justin getröstet Bethanie Mattek-Sands. Getty Images

Es waren dramatische Szenen, die sich am Donnerstag auf Court 17 abspielten. Bethanie Mattek-Sands rutschte auf dem Weg ans Netz aus und verdrehte sich ihr Knie dabei so fest, dass sie minutenlang vor Schmerzen schrie und mit der Bahre abtransportiert werden musste. Wie schwerwiegend die Verletzung ist, wird derzeit noch untersucht.

«Ihr Knie war total verdreht, ich habe so etwas noch nie in meinem Leben gesehen», sagte Gegnerin Sorana Cirstea, die sich sofort um die Amerikanerin kümmerte.

Auch Bacsinszky nicht zufrieden

Dieser Vorfall ist Wasser auf die Mühlen jener, die sich schon seit Turnierbeginn über die glitschige Unterlage beklagen. So sagte beispielsweise Timea Bacsinszky: «Ich bin über den Zustand des Rasens enttäuscht. Bereits am zweiten Tag war er ruiniert.»

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Bacsinszkys Gegnerin gleitet aus

0:12 min, aus sportaktuell vom 6.7.2017

Kristina Mladenovic und Alison Riske wollten den Schiedsrichter gar dazu bringen, die Partie nach zwei Games abzubrechen. «Es ist total anders wie sonst. Es ist extrem rutschig und auf der Grundlinie hat es kein Gras mehr», klagte Mladenovic nach ihrer Niederlage.

«  Wenn es so heiss ist, lösen sich die Grashalme und es kann rutschig werden. »

Roger Federer

Es scheint, als ob die hohen Temperaturen der letzten Tage – am Donnerstag war es über 30 Grad heiss – der Unterlage zugesetzt haben. «Wenn es so heiss ist, lösen sich die Grashalme und es kann rutschig werden», erklärte Federer.

Die Rasenpfleger in Wimbledon.

Bildlegende: Geben vollen Einsatz Die Rasenpfleger in Wimbledon. Getty Images

Wimbledon rechtfertigt sich

Die Verantwortlichen sahen sich am Donnerstagabend gezwungen, ein Statement zu veröffentlichen. Die Plätze seien so sorgfältig wie immer behandelt worden. Rasen sei eine natürliche Unterlage und es wäre normal, dass im Bereich der Grundlinie nach vier Turniertagen erste Abnutzungserscheinungen zu erkennen seien.

Dass die besten Spieler vor Turnierstart die Möglichkeit haben, auf den Match-Courts zu trainieren, half in diesem Jahr bestimmt auch nicht. «Die Organisatoren müssen sich überlegen, ob sie den Zugang der Spieler nicht reduzieren sollten», twitterte der angesehene Coach Darren Cahill.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 6.7.17, 14 Uhr