Scharapowa stoppt Halep und triumphiert in Paris

Maria Scharapowa hat den ersten Grand-Slam-Sieg von Aufsteigerin Simona Halep verhindert. Die Russin setzte sich in einem hart umkämpften Final mit 6:4, 6:7 (5:7) und 6:4 durch. Scharapowa bewies im Abnützungskampf über 3 Stunden und 2 Minuten ihre mentale Stärke.

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Spielbericht Scharapowa - Halep

4:18 min, aus sportaktuell vom 7.6.2014

Lange war das Frauen-Turnier in Roland Garros von einem regen Favoritensterben geprägt. Am Ende spielten aber mit der Aufsteigerin des Jahres 2013 Simona Halep und der vierfachen Grand-Slam-Siegerin Maria Scharapowa zwei grosse Nummern um den prestigeträchtigen Titel.

Und die so unterschiedlichen Spielernaturen boten den Zuschauern auf dem Court Philippe Chatrier einen hochklassigen Final - mit dem besseren Ende für die russische Weltnummer 8, die sich mit 6:4, 6:7 (5:7) und 6:4 durchsetzte. Für die reich dekorierte Scharapowa ist der 5. Grand-Slam-Sieg auch eine Premiere: Mit dem Triumph an den French Open gewann sie erstmalig an gleicher Stätte, zuvor hatte sie jedes Grand-Slam-Turnier je einmal gewonnen.

Sharapowa jubelt.

Bildlegende: Premiere Erstmalig konnte die Russin ein Grand-Slam-Turnier zum zweiten Mal gewinnen. Keystone

Duell auf Augenhöhe

Vorausgegangen waren 182 Minuten mit phasenweise hochstehendem Tennis - in dem die zierliche Rumänin Scharapowas Power-Tennis standhielt. Und nicht nur das: Mit ihren flinken Beinen und feinem Spiel verlangte Halep ihrer schlagkräftigen Kontrahentin alles ab. Die 25-Jährige, die zuvor ohne Satzverlust in den Final gestürmt war, unterstrich einmal mehr, dass mit ihr auch künftig zu rechnen sein wird.

Haleps doppeltes Comeback

Vor allem im 2. Satz trumpfte Halep nach 3:4 Rücklage und zwei Breakbällen für Scharapowa gross auf. Zunächst verhinderte sie den möglicherweise vorentscheidenden Service-Verlust, dann gewann Halep nach einer Serie von Break- und Re-Breaks die Kurzentscheidung.

Im Entscheidungssatz, in dem beide Spielerinnen dem Kräfteverschleiss der Marathon-Partie Tribut zollten, schien sie das Kunststück zu wiederholen: Diesmal glich sie mit Break zum 4:4 aus - die Partie war neu lanciert.

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Spektakulärer Ballwechsel im 2. Satz

1:04 min, vom 7.6.2014

Scharapowas mentale Stärke

Am Ende war es aber Scharapowa, die das Momentum zum entscheidenden Zeitpunkt auf ihrer Seite wusste. Scheinbar schadlos überstand sie den schmerzhaften Aufschlagsverlust und knüpfte Halep den Service gleich wieder ab – zu Null.

Ihr letztes Service-Spiel zum 6:4 spielte sie in der Folge problemlos nach Hause. Das Selbstbewusstsein zu diesem mentalen Husarenstück mag freilich auch einer eindrücklichen Bilanz geschuldet sein: Erst einmal in ihrer Karriere gab die 27-Jährige auf Sand einen 3-Sätzer verloren.

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Interview mit Maria Scharapowa

1:59 min, vom 7.6.2014