Zum Inhalt springen

Grand-Slam-Turniere Werden die Frauen in Wimbledon benachteiligt?

Die Spielansetzungen in Wimbledon geben zu reden. Die Frauen fühlen sich benachteiligt. Auch Rafael Nadal hätte gerne öfter auf dem Centre Court gespielt.

Angelique Kerber.
Legende: Mit der Spielansetzung nicht einverstanden Angelique Kerber. Keystone

In Wimbledon werden auf den beiden grössten Courts traditionell täglich drei Spiele angesetzt. Dabei haben die Frauen gegenüber den Männern oft das Nachsehen. An den ersten 7 Turniertagen fanden auf dem Centre Court und Court 1 25 Männer-Matches statt. Dem gegenüber stehen 17 Frauen-Partien.

Ich habe mich darauf gefreut, auf einem der grossen Plätze zu spielen.
Autor: Angelique Kerber
Jelena Ostapenko.
Legende: Hätte gerne auf einem grösseren Court gespielt Jelena Ostapenko. Keystone

Weltnummer 1 Angelique Kerber trug ihren Achtelfinal gegen Garbine Muguruza – immerhin ein Duell zweier Grand-Slam-Siegerinnen – auf Court 2 aus. «Um ehrlich zu sein, war ich schon etwas überrascht, dass ich auf Court 2 gespielt habe», sagte Kerber nach ihrer Niederlage. «Ich habe mich darauf gefreut, auf einem der grossen Plätze zu spielen», so die Deutsche weiter.

Ebenfalls wenig Verständnis zeigte French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko, die am Montag auf Jelina Switolina traf. «Ich denke, wir hätten es verdient gehabt, auf einem grösseren Platz als Court 12 zu spielen. Schliesslich ist Switolina auch die Nummer 4 der Welt», so die Lettin.

Es ist Realität, es spielen hier immer die gleichen Spieler auf dem Centre Court.
Autor: Rafael Nadal

Richard Lewis, Geschäftsführer des All England Lawn Tennis Club, weist den Vorwurf der Diskriminierung rigoros zurück. «Es geht nicht darum, jemanden zu bevorzugen. Wir wählen die Matches aus, von denen wir denken, dass das Zuschauer- und Fernsehinteresse am grössten ist.»

Werden Murray und Federer bevorzugt?

Mit der Spielansetzung ebenfalls nicht einverstanden war Rafael Nadal. Der Spanier, der zweimal auf Court 1 «ausweichen» musste, hätte gerne öfter auf dem Centre Court gespielt. «Es ist Realität, es spielen hier immer die gleichen Spieler auf dem Centre Court. Aber es gibt auch noch andere, die in ihrer Karriere viel erreicht haben.»

Nadal dürfte namentlich Roger Federer und Andy Murray gemeint haben. Beide haben bisher sämtliche Spiele auf dem Centre Court bestritten, der Schweizer sogar immer zur gleichen Zeit.

Legende: Video Muller wirft Nadal raus abspielen. Laufzeit 1:32 Minuten.
Aus sportaktuell vom 10.07.2017.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 10.7.17, 14 Uhr

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ralph Lehner (Ralph T. Lehner)
    Eine komplette Gleichbehandlung könnte erreicht werden, wenn Frauen und Männer in der gleichen Kategorie antreten würden. Dann würde aber wohl gar nie eine Frau in einem Einzel auf dem Centre Court spielen können, weil sich gar keine für das Hauptturnier qualifizieren würde. Insofern müssten die Damen für ihre Sonderbehandlung eigentlich dankbar sein...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Leopold Rothschild (L.Rothschild)
    Diskriminierung? Macht doch einmal einen reinen Frauentag auf dem Centre Court und schaut, wie voll das Stadion wäre. Wenn im Tennissport eine Diskriminierung vorliegt, dann in der Hinsicht, dass die Preisgelder bei den Männern und bei den Frauen gleich hoch sind, obwohl 80% der Besucher wegen Männer-Matches kommen und die Männer-Matches die Leute vor den Fernseher ziehen, sprich die Fernsehrechte so teuer machen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Steve Rasmussen (rast)
    Im Sport wird es schwierig, sich mit dem Sexismus-Argument durchzuschleichen, weil hier versteht jeder, die aufregendsten Spieler der Welt sind nunmal Männer und für diese sind die Zuschauer bereit einen Haufen Geld zu bezahlen. Benachteiligt ist nur, wer schlechter Tennis spielen kann als jemand anderes. Soll es so nicht sein? Wo ist die Gleichberechtigung im künstlichen pushen der Frau?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen