Wimbledon: Zwischen Tradition und Wahnsinn

Wimbledon ist nicht nur das älteste, sondern auch das traditionsreichste und prestigeträchtigste Tennis-Turnier der Welt. Wir liefern die Gründe, die den 3. Grand-Slam-Event des Jahres so einzigartig machen.

All white: Der Dresscode für die Spielerinnen und Spieler ist streng. Weiss ist die über alles dominierende Farbe. 90 Prozent der Bekleidung müssen weiss sein. Bunte und knallige Farben sind ebenso verboten wie verpönt. Erlaubt ist einzig ein farbiger Streifen auf dem T-Shirt mit einer Maximalbreite von einem Zentimeter. Die Rückseite des Shirts sollte komplett weiss sein.

Orange Schuhsohlen.

Bildlegende: Aufregung Roger Federer sorgte 2013 mit den orangen Sohlen für rote Köpfe bei den Organisatoren. Imago

Als Roger Federer 2013 mit orangen Schuhsohlen zu seinem Erstrunden-Spiel antrat, wurde er zurechtgewiesen. Im 2. Spiel hatte er die Schuhe gewechselt – und schied aus. Der Dresscode gilt allerdings auch für die Fans. Jeans, Flip Flops und kurze Röcke sind nicht gern gesehen. «No riff-raff please, we are Wimbledon» («Kein Gesindel bitte, wir sind Wimbledon») lautet eine offizielle Richtlinie.

Middle Sunday: Der spielfreie Sonntag vor der 2. Turnierwoche sorgt praktisch jedes Jahr für Diskussionsstoff. Doch die Organisatoren lassen sich nicht beirren. Nur 1991, 1997 und 2004 wurde am «Middle Sunday» gespielt. Ansonsten ist dann traditionell spielfrei, egal welche Verzögerungen es mit sich bringt. Der «Middle Sunday» führt dazu, dass alle Achtelfinals bei den Frauen und Männern am sogenannten «Manic Monday» durchgeführt werden.

Roehampton: Die Qualifikation für das Haupt-Tableau findet nicht in Wimbledon, sondern rund 8 Kilometer nördlich in Roehampton statt. Diese Massnahme wurde getroffen, um die Plätze des All England Lawn Tennis Clubs für den Hauptevent zu schonen.

Stadien: Melbourne hat die Rod Laver Arena, Paris den Court Philippe Chatrier und New York das Arthur Ashe Stadium. Und London? In Wimbledon gibt es den Centre Court. Und den Court 1, Court 2 etc. Spezielle Namen wurden keine vergeben. Legendär ist seit 2010 der Court 18: John Isner und Nicolas Mahut duellierten sich im längsten Tennisspiel der Geschichte über 11 Stunden und 5 Minuten.

Erdbeeren mit Sahne.

Bildlegende: Aber bitte mit Sahne Kein Wimbledon ohne Erdbeeren mit Sahne. Imago

Erdbeeren mit Sahne: Gehört zu Wimbledon wie das unbeständige Wetter. 28 Tonnen Erdbeeren und 7000 Liter Sahne werden während des zweiwöchigen Turniers voraussichtlich verspeist. Das kulinarische Vergnügen ist aber wie fast alles im Tennis-Zirkus nicht ganz billig: Eine Schale mit 10 Erdbeeren kostet umgerechnet über 3 Euro.

Sendebezug: SRF zwei, «sportpanorama», 28.06.2015, 18:15 Uhr

Video «Tennis: Faszination Wimbledon» abspielen

Die Faszination Wimbledon

3:22 min, aus sportpanorama vom 28.6.2015