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Tennis allgemein Federer: «Ich werde nun brutal hart trainieren»

Zum 5. Mal ist Roger Federer zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt worden. Eine ausgiebige Feier blieb indes aus, die Weltnummer 2 reiste gleich wieder ab. Im Interview auf dem Weg zum Flughafen blickte Federer nochmals auf die Südamerika-Tournee zurück und auf die Australian Open voraus.

Roger Federer bei seiner Dankesrede nach der Wahl zum Schweizer Sportler des Jahres.
Legende: Sichtlich erfreut Roger Federer bei seiner Dankesrede nach der Wahl zum Schweizer Sportler des Jahres. Keystone

Roger Federer, Sie sind direkt von Ihrer Südamerika-Tournee zu den «Sports Awards» angereist. Die Leute in Brasilien, Argentinien und Kolumbien sind bei Ihrem Erscheinen scheinbar ausgeflippt.

Federer: Ich muss sagen, es war eine unglaublich intensive Zeit. Es hat grosse Freude bereitet, Südamerika zu bereisen und auch Eindrücke zu erhalten, wie die Leute da sind. Von der Atmosphäre her war es fantastisch. Ich habe in den 6 Matches vor 80'000 Zuschauern gespielt. Die Euphorie rund um mich war wirklich riesig.

Der Appetit auf Tennis ist auf diesem Kontinent gross.

Sie wurden gewissermassen auf Schritt und Tritt verfolgt.

Überall wo ich ankam, waren Filmcrews, Fotografen, Fans etc. Ich dachte nur: 'Wann kommt der Moment, in dem niemand mehr wartet?' - er kam nicht. Deshalb war es enorm intensiv. Ich habe so viele Fotos gemacht und Autogramme gegeben, wie wohl noch nie in meinem Leben. Die Fans sind sehr emotional und euphorisch. Ich habe noch nie so viele Fans erlebt, die zusammengebrochen sind oder geheult und gezittert haben, als ich sie traf. Der Appetit auf Tennis ist auf diesem Kontinent gross.

Obwohl Sie eigentlich keinen Bezug zu Südamerika haben, wurden Sie gefeiert wie ein Gott. Wie ist dies zu realisieren?

Es ist wirklich ein merkwürdiges Gefühl. Es war auch schon so, als ich das 1. Mal nach Äthiopien für meine Foundation gegangen bin. In der heutigen Medienwelt und dem Sponsoring ist man auch an Orten bekannt, an denen man noch nie war. Zudem ist Sport in Südamerika eine grosse Sache. Aber die riesige Euphorie hat mich überwältigt.

Sie wurden zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt, zum 1. Mal nach 5 Jahren wieder. Was bedeutet Ihnen dieser Award?

Sehr viel natürlich. Für mich war es schön, persönlich am Anlass teilnehmen zu können. Das habe ich vermisst. Früher war meine Teilnahme logisch, da ich das Aufbautraining in der Schweiz gemacht habe. In den vergangenen Jahren war ich für die Trainings in Dubai. Für nur einen Anlass dann hin- und herzufliegen, ist schwierig. Das kann ich nicht machen und das tat mir immer leid. Es war nun sehr schön, wieder dabei zu sein. Auch den Austausch mit anderen Athleten habe ich genossen. Ich verfolge den Schweizer Sport intensiv und freue mich, wenn die Schweizer Erfolg haben. Dass ich den Award gewonnen habe, freut mich extrem. Eine Standing Ovation im eigenen Land zu erhalten, ist etwas vom Schönsten. Deshalb war es für mich ein wunderschöner Abend.

Ich konnte zeigen, dass ich doch noch gut Tennis spielen kann.

Es ist die Anerkennung eines speziellen Jahres, das Sie hinter sich haben: Sie schafften die Rückeroberung der Nummer 1 und brachen den Rekord, was die Dauer auf dem Tennis-Thron anbelangt. Freude und Leidenschaft sind noch immer da, nun steht die Vorbereitung auf die Australian Open an.

Ich muss nun umgehend weitertrainieren, deswegen muss ich auch sofort wieder weiterreisen. Ich will über Weihnachten und Neujahr brutal hart trainieren, dann gehts schon bald nach Australien. Das Jahr war geprägt von Emotionen, mit Olympia sowieso. Ich konnte zeigen, dass es noch nicht vorbei ist, dass ich doch noch gut Tennis spielen kann. Viele Schweizer haben sich extrem gefreut für mich.  dass es im Sommer mit Olympia-Silber, Wimbledon und der Weltnummer 1 so gut gelaufen ist - das schätze ich sehr und ich bin dankbar dafür.

Legende: Video «Sports Awards»: Auszeichnung Roger Federer abspielen. Laufzeit 2:15 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 16.12.2012.

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