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WTA-Tour Hingis' zweites Comeback weckt Erwartungen

Knapp 6 Jahre nach ihrem 2. Rücktritt ist Martina Hingis in der Nacht auf Donnerstag erneut auf die WTA-Tour zurückgekehrt. Beim Turnier in Carlsbad gibt die ehemalige Weltnummer 1 ihr Comeback im Doppel. Über künftige Auftritte im Einzel wird bereits spekuliert.

Legende: Video Martina Hingis' grösste Erfolge abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 30.07.2013.

209 Wochen lang führte Martina Hingis die WTA-Weltrangliste an. Die Trübbacherin gewann 43 Einzel- und 37 Doppelturniere. Und die Ostschweizerin ist bis heute die jüngste Nummer 1 aller Zeiten: Mit 16 Jahren und 6 Monaten erklomm sie 1997 die Spitze.

Jetzt hat die 32-Jährige im Süden Kaliforniens beim Turnier in Carlsbad in der Doppelkonkurrenz ein erfolgreiches Comeback gewagt - 6 Jahre nach ihrem letzten Auftritt auf der Tour. Es ist Hingis' 2. Rückkehr. Ende 2002 hatte die fünffache Einzel-Grand-Slam-Siegerin ihre Aktivkarriere ein erstes Mal für beendet erklärt, wollte es 3 Jahre später aber wieder wissen.

5 Starts sind geplant

Dass es Hingis mit ihrem Doppel-Comeback ernst meint, zeigt ihr Terminkalender. Nach ihrem Auftritt in Carlsbad mit der Slowakin Daniela Hantuchova hat die «Swiss Miss» Teilnahmen in Toronto, Cincinnati, New Haven und Ende August auch am US-Open in New York geplant. Mit welchen Partnerinnen sie jeweils spielen wird, ist noch offen.

Hingis ist nach wie vor eine begnadete Spielerin, wie sie jüngst an den World-Team-Meisterschaften in den USA unter Beweis gestellt hat (mit Washington gewann sie den Titel). Auch in Carlsbad überzeugte sie im Doppel in der 1. Runde an der Seite von Hantuchova. Während ihrer 1. Karriere hatte Hingis 35 Wochen lang die Doppel-Weltrangliste angeführt und 1998 an sämtlichen Grand-Slam-Turnieren den Titel gewonnen.

Comeback auch im Einzel?

Ob es Hingis auch im Einzel noch einmal wissen will, darum ranken sich momentan die Gerüchte. Nicht wenige glauben, dass die beste Schweizer Tennisspielerin aller Zeiten früher oder später nochmals einen Versuch wagen wird.

In Carlsbad dementierte sie entsprechende Gerüchte allerdings: «Das Einzel ist eine komplett andere Welt, es ist brutal geworden. Ich möchte nicht ein, zwei Matches gewinnen und dann in der 3. Runde ausscheiden. Das ist nicht meine Welt.» Bei ihrem 1. Comeback gewann Hingis zwischen Januar 2006 und September 2007 immerhin drei Turniere und kam bis auf WTA-Position 6.

Körperliche Probleme und Fehleinschätzung

Die Frage ist allerdings, ob Hingis' Körper regelmässige Turnier-Einsätze im Einzel überhaupt mitmachen würde. 2002 zwangen sie Fussprobleme im Alter von 22 Jahren zum Aufhören, 2007 plagten sie Hüft- und Rücken-Probleme.

Als sie am 1. November 2007 ihren Rücktritt bekanntgab - sie war zuvor in Wimbledon positiv auf Kokain getestet worden - sagte Hingis auf der Pressekonferenz: «Ich bin wohl zu alt fürs Spitzentennis.» Gut möglich, dass Hingis in den nächsten Monaten beweist, dass sie sich getäuscht hat.

9 Kommentare

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  • Kommentar von jean passant, thun
    @Gilles ich respektiere Deinen Einwand. Ich habe nur die Phase vor mir, als Hingis aus der Tour "rausgepowert" wurde. Es wäre aber natürlich spannend zu sehen, ob eine variantenreiches Spiel diesem Schmettertennis entgegengesetzt werden könnte. Lassen wir uns überraschen. grüsse jp
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  • Kommentar von jean passant, thun
    Sie wird nicht wieder Einzel spielen, das ist tatsächlich eine andere Welt. Die Leistungsdichte und auch die Konstanz der Leistungen ist nicht mit der Herrentour zu vergleichen, aber mehr als die von ihr genannten ein bis zwei Spiele würde sie dennoch an Einzelturnieren nicht gewinnen können. Unbändiger Power der Schläge war nie ihre Sache und genau das braucht es heute um mitzuhalten. Und selbst mit etwas chemischer Beihilfe würde das nicht klappen.
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    1. Antwort von Gilles Gil, Gill
      Da muss ich dir widersprechen, Jean. Eben genau haben viele Frauen zwar Kraft, aber auch ein sehr eindimensionales Spiel, wenn man ein bisschen die Schläge und Länge variiert, so kommen sie überhaupt nicht damit zurecht. Ich will damit nicht sagen, dass Hingis sofort wieder zur Weltspitze gehören würde, aber wenn sie annähernd so spielen könnte wie früher, dann würde sie jede Spielerin (ausser Serena) vor grosse Probleme stellen, da alle (auch Serena) nur blindlings auf den Ball prügeln
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    2. Antwort von Werner Kessler, 8610 Uster
      Was Hingis gespielt hat, glich für mich früher eher Federball. Bei der jetzigen Leistungsdichte hätte sie absolut keine Chance, vorne mitzuspielen. Für Powertennis fehlt ihr gänzlich die körperliche Substanz. Aber zum ein bisschen mitspielen reicht es im Doppel wohl doch noch. Ob es peinlich endet, wird sich zeigen.
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  • Kommentar von r.burri, Rorschach
    Schade, dass Martina nebst Tennis keinen wirklichen Lebensinhalt zu haben scheint. Ist aber wenig überraschend. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend nur auf Tennisplätzen. Später durften sie (Mutter und Tochter) dafür die Früchte dieses einseitigen Lebens ernten. Pokale, Geld und Glamour. Auf dem Platz funktioniert(e) es. Neben dem Platz aber leider nicht. Und so kommt es einmal mehr zum Comeback auf den Tennisplatz. Eigentlich eine traurige Geschichte.
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