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WTA-Tour Wettbetrüger erhält Wildcard, Scharapowa nicht – WTA kritisiert

Weil die Organisatoren von Roland Garros Maria Scharapowa eine Wildcard verweigern, schaltet sich die WTA ein. Die Russin habe ihre Strafe schon abgesessen.

Legende: Video Giudicelli: «Wildcards nicht an Dopingsünder» (engl.) abspielen. Laufzeit 0:27 Minuten.
Vom 17.05.2017.

Grundsätzlich liege es im Ermessen der jeweiligen Veranstalter, Wildcards für Turniere zu vergeben, wird WTA-Präsident Steve Simon dort zitiert: «Nicht einverstanden bin ich aber mit der Grundlage, auf welcher der französische Verband seine Entscheidung im Fall von Maria Scharapowa getroffen hat.»

Es gibt keinen Grund, einen Spieler über ein gemeinsam festgelegtes Strafmass hinaus zu sanktionieren.
Autor: Steve SimonWTA-Präsident

Die Russin habe ihre vom internationalen Sportgerichtshof auferlegte Strafe abgesessen, es gebe keinen Grund, «einen Spieler über ein gemeinsam festgelegtes Strafmass hinaus zu sanktionieren.»

Am Dienstag war bekannt geworden, dass Scharapowa keine Wildcard für das 2. Grand-Slam-Turnier des Jahres erhält. Bernard Giudicelli, Präsident des französischen Tennis-Verbands, hatte in der Begründung klargestellt, dass es seiner Ansicht nach «keine Wildcards für Comebacks nach Dopingsperren geben darf».

Der Franzose darf in Roland Garros teilnehmen.
Legende: Constant Lestienne Der Franzose darf in Roland Garros teilnehmen. imago

Scharapowa war 2015 wegen Meldonium-Missbrauchs für 15 Monate gesperrt worden. Sie war Ende April in Stuttgart in die Turnierszene zurückgekehrt.

Wettbetrüger erhält Wildcard

Seltsam erscheint in diesem Licht allerdings, dass die Veranstalter Constant Lestienne (ATP 253) mit einer Wildcard für die Qualifikation ausgestattet haben. Der Franzose war im September 2016 für sieben Monate gesperrt worden, weil er auf 220 Tennis-Matches gewettet hatte.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 16.5.2017, 22:00 Uhr

9 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Sahli (sahliu)
    Scharapowa eine grossartige Spielerin! Man erlaube mir zu lahen. Eine Doppingsünderin, die mittels unterlaubter Mittel versuchte, andere zu übertrumpfen. Die gehört nicht auf einen Tennisplatz. Und wenn schon, dann soll sie ganz unten (in der 6. Liga) anfangen. Aber sicher nicht mit einer Wildcard.
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  • Kommentar von David Kummer (davidsson)
    Ich bin ebenfalls völlig der Meinung dass Dopingsünder oder Wettbetrüger, wie Scharapowa eine ist, keine solchen Wildcards erhalten sollten. Trotzdem kann ich total nachvollziehen, dass Turnierorganisatoren, wie zum Beispiel in Stuttgart, Spielerinnen wie Scharapowa Wildcards erteilen. Denn wenn man schon die Möglichkeit hat, eine solch grossartige Spielerin, und das ist sie trotz ihrem Dopingkonsum, Teil des Turniers zu sein, so würde ich das ebenfalls tun.
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  • Kommentar von Rafael Bischof (Yukiho)
    Wieso sollen für Scharapowa andere Regeln gelten als für den Rest? Die meisten anderen Spieler müssen sich im Verlauf diverser anderer Turniere in der Rangliste nach vorne arbeiten um an einem Grand Slam spielen zu können. Wenn Scharapowa so gut ist wie sie tut, dann sollte das für sie ja kein Problem sein und eine Wild Card ist dann gar nicht mehr nötig.
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