«Richtig weh tut es erst, wenn ich stehenbleibe»

Die Aktion #srfbewegt soll mit Spass mehr Bewegung in den Alltag bringen. Wie weit ihr dabei gehen wollt, entscheidet ihr selbst. Der 39-jährige Marco Bollinger hat sich ein extremes Ziel gesetzt. Er will in 24 Stunden von Zürich nach Bern laufen – und sucht noch Mitwanderer.

Marco vor Wald und Bergen.

Bildlegende: Grosse Herausforderung: Marco Bollinger will in 24 Stunden von Zürich nach Bern laufen. zvg

«Ich fahre viel mit dem Zug von Bern nach Zürich, das dauert 58 Minuten», sagt Marco Bollinger. Soweit ganz normal. Der Gedanke, der ihm auf so einer Fahrt kam, ist dagegen ungewöhnlich: «Ich habe mich gefragt: Wie lange dauert es, wenn ich laufe? Dann kam eure App und ich dachte, versuchst du's mal.» Kaum war die Idee in der Welt, hat Marco auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht und seinen Plan im Aktionskalender von «SRF bewegt» eingetragen.

«  Ich bin nicht extrem sportlich und habe so etwas noch nie gemacht. Das ist eine neue Dimension. »

Seither trainiert Marco für seinen Tag der Wahrheit. «Letztens habe ich nachts eine Trainingsetappe von Burgdorf nach Bern gemacht», erzählt er. «Wenn du nachts mit Stirnlampe im Wald unterwegs bist, ist das schon noch eine spannende Erfahrung.» Eine von vielen Erfahrungen, die er gerne mit anderen teilen würde.

Marco vor Bergen.

Bildlegende: Marco hat sein Ziel fest im Blick. zvg

«  Mitwanderer müssen einfach Spass am Laufen haben und ihre eigenen Grenzen kennen. Und Humor sollten sie haben, denn ohne geht es nicht. »

Marco marschiert auch alleine los, würde sich aber über Gesellschaft freuen: «Es wäre interessant, das mit anderen auszuprobieren und gegenseitig ein paar Tipps auszutauschen.» Zumindest virtuell läuft er schon jetzt nicht alleine, denn in seiner App-Gruppe «Spontacts bewegt» hat er Kollegen, mit denen er sich ständig messen kann: «Momentan bin ich Zweiter, natürlich will ich den Ersten bald einholen», sagt Marco, der die Aktion generell für eine gute Idee hält: «Die Leute bewegen sich dadurch mehr. Jede App, die das schafft, ist super.»

Nach und nach macht Marco nicht nur seine Füsse fit, sondern beschäftigt sich auch mit der besten Ernährung für den geplanten Mammutmarsch. Die richtige Einstellung findet er bei seiner Arbeit mit behinderten Menschen fast automatisch: «Da wird mir immer wieder bewusst was für ein super Gefühl es ist, wenn man morgens aufstehen und sich bewegen kann. Du hast nichts, es geht dir gut und du kannst einfach loslaufen.»

Was sind schon 120 Kilometer auf geschundenen, aber gesunden Füssen? Am Ende, das ist klar, ist so eine körperliche Grenzerfahrung zum grossen Teil auch Kopfsache. Und Marco scheint gut vorbereitet. Er wird laufen. Es wird schmerzen. Er wird weiterlaufen. Und irgendwann stehenbleiben. Hoffentlich in Bern.

«  Nach vier oder fünf Stunden schaltet mein Körper ab. Es schmerzt, aber es wird nicht schlimmer. Richtig weh tut es erst, wenn ich stehenbleibe. »

«SRF bewegt»

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