Marco Rima: «Humor Sapiens»

War vor 3 Millionen Jahren alles lustiger? Woher kommen wir? Wo hat alles angefangen? Im Programm «Humor Sapiens» erklärt Rima die Natur des Menschen. Unter uns gesagt: ohne viel Ahnung. Aber verdammt lustig.

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Marco Rimas Programm «Humor Sapiens»

54 min, aus Comedy und Theaterprogramme vom 31.12.2014

Porträt von Marco Rima, Beruf: Rampensau

Marco Rima steht seit 30 Jahren auf der Bühne. Und auf Filmsets. Jeder Schweizer kennt ihn. Alle finden ihn witzig. Wirklich alle? Der Mensch Marco Rima ist weit komplexer als nur eine energiegeladene Rampensau.

Rima ist erfolgreich, beliebt, bekannt, prominent, umtriebig, witzig und eine Grösse in der Gesellschaft: als Komiker, als Kabarettist, als Schauspieler, als Unterhaltungskünstler, als Moderator. Die Übertragungen seiner Shows am Bildschirm sind für die jeweiligen Sender ebenfalls ein Erfolg.

Vor Jahren hat es ihn noch gewurmt, dass er hierzulande nicht als «Schweizer Kulturgut» anerkannt ist. Sondern als «eher seichter Unterhalter». Rima selber sieht das inzwischen viel lockerer und spielt damit:

«  Ich bin tiefgründig an der Oberfläche oder knapp unter der Gürtellinie. »

Marco Rima

Rima ist nicht einfach ein Witze-Erzähler

Seine Fantasie ist ein Grundpfeiler seines Erfolgs. Ein Zweiter ist seine Energie. Rimas Timing ist eine weitere Qualität seiner Auftritte und er ist als Geschichtenerzähler ebenso gut wie beim Improvisieren. Immer mit Vollgas, mit seiner Energie reisst er sein Publikum mit.

Aber: Er erzählt nicht einfach Witze. Seine Programme haben einen roten Faden, amüsante Botschaften und bieten unzählige Gelegenheiten, vor Lachen fast zu ersticken.

Rima arbeitet so lange an seinen Geschichten, bis die Details stimmen. So auch bei seinen Verkleidungen. Legendär sind diese bei seinen Figuren aus der Wochenshow, zum Beispiel als rasender Reporter oder nörgelnder Opa.

Seine Energie lässt ihn Projekte realisieren, die ihn völlig mit Arbeit eindecken. Gleichzeitig tourt er von Bühne zu Bühne, entwickelt ein neues Musical, «macht» Fernsehen und steht in Spielfilmen vor der Kamera. Diese Kombination von Tatendrang und Talent macht ihn rastlos, er ist ein bekennender Workaholic, ein Macher.

Vom «Klassenclown» zum Kabarettisten

«  Ich heisse Marco Rima und von den Kleinsten bin ich der Grösste. »

Marco Rima

So hat alles angefangen, damals an seinem 1. Schultag, 1961. Mit diesen Worten hat er sich vorgestellt, vor allen Eltern und vor allen seinen Mitschülern. Von da an war er der «Klassenclown».

Im katholischen Lehrerseminar für Knaben wird er zum Grundschullehrer, dem folgen 17 Wochen Rekrutenschule als Grenadier. Weder Lehrer noch Offiziere finden seine Eskapaden lustig...

…aber sie liefern ihm Material für Kabarett-Nummern. Zusammen mit Marcel Weber gründet er das Duo «MarcoCello». Und meldet sich zur Aufnahmeprüfung an einer Schauspielschule an. Sie lehnen ihn ab; Rima ist zu wenig lustig.

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«Der Erlkönig» aus SommerLacher vom 1.7.2012

3:09 min, aus SommerLacher vom 1.7.2012

Viel Arbeit, viel Zeit, viel Erfolg – dann Trennung

Das Kabarett-Duo «MarcoCello» braucht rund sieben Jahre harte Arbeit und unzählige Auftritte, bis sich der Erfolg einstellt. TV-Auftritte, Schallplatten, CDs helfen mit, sie bekannt zu machen. Von da an werden Sketche von MarcoCello zu Evergreens der Schweizer Kabarett-Szene. Den Text der «Der Erlkönig»-Nummer können heute noch viele Rima-Fans auswendig aufsagen oder Teile daraus zitieren.

Ab 1993 spielt Marco Rima solo; er möchte eigenständig und freier sein, inhaltlich wie formal. In Deutschland arbeitet er beim Fernsehen für und in der «Wochenshow», produziert ein 1. und ein 2. Musical und spielt in vier Kinofilmen die Hauptrolle. Neben und zwischen der Filmerei tourt er mit seinen Bühnenprogrammen als Kabarettist durch die Schweiz. Noch immer parodiert er die Märchen-Legende Trudi Gerster. Sein Publikum brüllt dabei immer noch vor Lachen, auch wenn es Trudi Gerster längst nicht mehr gibt.

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«S'Fudi vo Geschter-Märchen» aus Arosa Humor-Festival 2012

5:25 min, aus Arosa Humor-Festival vom 22.1.2012

Einmal traf er sie persönlich und wollte wissen, ob Sie ihn kennt. Darauf entgegnete ihm die bereits 90-jährige Frau:

«  Marco Rima. Du bist ein glatter Vogel! »

Trudi Gerster

Rima ist deshalb gut, weil er unterhalten muss und will. Und hart arbeitet.

Rima steht fürs Leben gerne auf der Bühne. Zwanghaft gerne. Er muss auftreten und er will unterhalten, er liebt sein Publikum und braucht den Applaus. Und daraus schöpft er wieder Energie für weitere Projekte.

Seine Augenringe zeigen allerdings, dass er sich immer wieder sehr viel zumutet, er wirkt zeitweise erschöpft.

Auf die Frage eines Journalisten, was er Jungen raten würde, die sich für eine Karriere als Kabarettist interessieren, sagt er dann auch klipp und klar: «Es braucht den festen Willen. Du musst spielen, spielen, spielen und Erfahrungen sammeln. Und nicht mal daran denken, dass Du von heute auf morgen zum Star wirst.»

Auf den Vorwurf, dass aus ihm quasi über Nacht ein solcher geworden sei, sagt er lapidar: «Ja, genau. Bei mir hat diese Nacht einfach etwa acht Jahre gedauert.»

Nach 30 Jahren auf der Bühne und 53 Jahren auf diesem Planeten wirkt er zufrieden mit sich und dem Erreichten. Natürlich denkt er nicht ans Aufhören, im Gegenteil. Er ist wieder bei Filmprojekten dabei und startet 2015 mit einem neuen Bühnen-Programm.

Marco Rima ist nicht nur älter geworden, sondern auch weiser. Gleich geblieben ist die Fülle seiner Ideen. Und die Lust, solche umzusetzen. Und doch geht Marco Rima sorgsamer mit sich und seinen Energien um. Er nimmt sich Auszeiten. In diesem Jahr, um sein neues Bühnenprogramm «Made in Hellwitzia» zu schreiben. Auch die Zeit für seine Familie ist ihm wichtiger geworden.

Das macht zuversichtlich: Er wird noch viele, viele weitere Rima-Produktionen auf Leinwand und Bühnen bringen.

Es könnte sogar gut sein, dass er auf dem Totenbett in 50 Jahren noch eine witzige Überraschung in petto hat.

Bühnenprogramme

  • Keep Cool (Comedy Musical)
  • Hank Hoover (Comedy Musical)
  • Think Positiv
  • No Limits
  • Time Out
  • Die Patienten (Musical)
  • Humor Sapiens (bis Sommer 2014)
  • Made in Hellwitzia (ab Frühjahr 2015)