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Sendungskosten allgemein Spielfilme und Serien

SRF ist einer der wichtigsten Filmförderer der Schweiz und als solcher dem Schweizer Film verpflichtet. Jährlich sind bei SRF rund 150 Schweizer Filme im Programm, also fast drei von SRF koproduzierte Spiel- oder Dokumentarfilme pro Woche. Seit dem Jahr 2000 produziert SRF unter dem Label SRF Schweizer Film Fernsehfilme für die Primetime, bis heute gut 100 Spielfilme mit einer Länge von 90 Minuten. Darunter waren Publikumshits wie «Die Herbstzeitlosen», «Sternenberg» oder «Akte Grüninger», die vor der TV-Ausstrahlung im Kino zu sehen waren. Einen Schwerpunkt in der Produktion von fiktionalen Inhalten setzt SRF auf Serien; mit dem langjährigen Erfolgsformat «Der Bestatter» und seit 2017 auch mit der neuen Krimserie «Wilder».

Die Fernsehfilme und die Serien entstehen in Zusammenarbeit mit der unabhängigen Schweizer Filmszene. SRF ist einer der wichtigsten Auftraggeber für das Schweizer Filmschaffen und damit auch ein Garant dafür, dass sich die unabhängige, vielfältige Filmbranche kontinuierlich weiterentwickeln kann. Das Engagement von SRF für den Schweizer Film geht auf den Pacte de lʼaudiovisuel zurück: Im Rahmen des Kulturauftrags unterstützt die SRG das gesamtschweizerische Filmschaffen mit jährlich 27,5 Millionen Franken.

Eine detaillierte Übersicht über das Engagement von SRG und SRF im Rahmen des Pacte de l’audiovisuel ist hier, Link öffnet in einem neuen Fenster zu finden.

Fiktionale Eigenproduktionen

Mike Müller ist «Der Bestatter»
Legende: Mike Müller ist «Der Bestatter» SRF

«Der Bestatter»

Mit «Der Bestatter» hat SRF seit 2012 wieder eine eigene Serie im Programm. Mike Müller ist Luc Conrad, ein Bestatter mit Leib und Seele sowie ausgeprägtem kriminalistischem Instinkt. Dieser führt den ehemaligen Polizisten immer wieder auf die Spur von aussergewöhnlichen Todesfällen. Und dabei kommt er seinen früheren Kollegen bei der Kantonspolizei Aargau ständig ins Gehege. Seit der Premiere 2012 hat die Serie eine ständig wachsende Fangemeinde. Jährlich im Januar und Februar zeigt SRF sechs neue Folgen à 58 Minuten. Die Produktionskosten für eine einstündige Episode von «Der Bestatter» liegen bei 712’000 Franken.

In «Wilder» spielt Sarah Spale neben Marcus Signer die starke Ermittlerin.
Legende: In «Wilder» spielt Sarah Spale neben Marcus Signer die starke Ermittlerin. SRF

«Wilder»

«Wilder» heisst die neue Krimiserie von SRF. In einem Schweizer Bergdorf verschwindet kurz vor Baubeginn eines umstrittenen Ferienresorts die Tochter eines arabischen Investors. Die ortsansässige Kantonspolizistin Rosa Wilder (Sarah Spale) stösst gemeinsam mit dem Bundeskriminalbeamten Manfred Kägi (Marcus Signer) auf ein dunkles Geheimnis, das seit Jahren unter der Oberfläche der Talschaft modert – und mehr mit der persönlichen Geschichte von Rosa Wilder zu tun hat, als ihr lieb ist. Die erste Staffel von «Wilder», die im November 2017 Premiere feierte, erreichte im Schnitt 706’000 Personen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Marktanteil von 38,8 Prozent. Die Ausstrahlung der zweiten Staffel ist Ende 2019 geplant. Die Kosten für die Produktion einer 57-minütigen Episode belaufen sich auf 768’000 Franken.

SRF Schweizer Film

Keyvisual «Private Banking»
Legende: Keyvisual «Private Banking» SRF

Dank SRF werden jährlich etwa vier Fernsehfilme in der Originalsprache Schweizerdeutsch mit bekannten Schweizer Gesichtern und unbekannten Talenten in den Hauptrollen produziert. Zu sehen sind diese Spielfilme wie der Zweiteiler «Private Banking» oder «Lotto» meist am Sonntagabend zur besten Sendezeit auf SRF 1. Die Schweizer Filme erzählen gesellschaftlich relevante, lokal verankerte Geschichten und erfüllen so ein grosses Zuschauerbedürfnis. An einem Fernsehfilm der Reihe SRF Schweizer Film beteiligen sich SRF und die SRG mit durchschnittlich 1,6 Millionen Franken.

Für den Sendeplatz am Mittwoch um 20.10 Uhr auf SRF zwei koproduziert SRF punktuell Nachwuchsfilme, 2017 den Film «Die Einzigen», der mit 1,2 Millionen Franken zu Buche schlägt. Auf allen Projektstufen ist ein Augenmerk darauf gerichtet, jungen Talenten eine Chance zu geben.

Stefan Gubser und Delia Mayer im Luzerner «Tatort»
Legende: Stefan Gubser und Delia Mayer im Luzerner «Tatort» SRF

Tatort

Der Sonntagabend ist «Tatort»-Abend: Seit vor über 40 Jahren die erste Folge über den Bildschirm flimmerte, hat sich der «Tatort» zur erfolgreichsten Krimireihe im deutschsprachigen Raum entwickelt, seit 2011 auch wieder mit Schweizer Beteiligung. SRF zeigt am Sonntag um 20.05 Uhr auf SRF 1 alle deutschen und österreichischen Folgen und produziert jährlich zwei Luzerner «Tatort»-Filme. In Luzern geht das Ermittlerduo Stefan Gubser als Reto Flückiger und Delia Mayer als Liz Ritschard auf Verbrecherjagd. Die Produktionskosten für einen Schweizer «Tatort» liegen bei rund 2,1 Millionen Franken. Im Gegenzug erhält SRF die Ausstrahlungsrechte für deutsche und österreichische «Tatort»-Folgen.

Kino-Koproduktionen

«Schellen-Ursli» von Regisseur Xavier Koller
Legende: «Schellen-Ursli» von Regisseur Xavier Koller SRF

SRF ist Koproduzentin von jährlich rund 40 Kinospiel- und -Dokumentarfilmen sowie Kurz- und Animationsfilmen. Im Rahmen des Pacte de l’audiovisuel unterstützt SRF Kinoproduktionen jährlich mit 4 Millionen Franken. Kinohits wie «Schellen-Ursli» oder «Heidi» sind als Fernsehpremieren mehrheitlich am Sonntag um 20.05 Uhr auf SRF 1 zu sehen. Kinofilme für ein jüngeres Publikum, wie beispielsweise die Martin-Suter-Verfilmung «Liebe und Zufall» oder «Nichts passiert», sind am Mittwoch um 20.10 Uhr auf SRF zwei im Programm. Der wöchentliche Sendeplatz für das Schweizer Filmschaffen ist «CH:Filmszene», in der aktuelle einheimische Filmproduktionen, die von SRF unterstützt wurden, ihre TV-Premiere feiern. Auf dem Sendeplatz sind sowohl Spiel- wie auch Dokumentar-, Kurz- und Animationsfilme programmiert.

Katharina Böhm ist «Die Chefin»
Legende: Katharina Böhm ist «Die Chefin» SRF

Internationale Koproduktionen Serien

Ein fixer Termin für Krimifans ist seit vielen Jahrzenten der Dienstagskrimi mit spannenden Fällen aus unterschiedlichen deutschen Städten: Bei Krimireihen wie «Die Chefin», «Der Alte» oder «Ein Fall für zwei» engagiert sich SRF als Koproduzentin. An einer einstündigen Folge einer internationalen Koproduktion beteiligt sich SRF durchschnittlich mit 59’000 Franken.

«Fargo»
Legende: «Fargo» SRF

Internationale Filme und Serien

Neben Spielfilmen für ein breites Publikum, darunter viele Free-TV-Premieren unter dem Label «kino hoch zwei», zeigt SRF auch ausgewählte Independent- und Arthouse-Produktionen für ein anspruchsvolleres Zuschauersegment – im Rahmen der Sendung «Delikatessen» immer in Zweikanalton oder in der Originalfassung mit Untertiteln. Kinder- und Jugendfilme sowie Kinoklassiker runden das Angebot ab. Die Kosten pro Spielfilm variieren marktbedingt stark und hängen von Faktoren wie Programmwert, Lizenzumfang, Produktionsjahr oder Zahl der Ausstrahlungsrechte ab. Einkaufspreise orientieren sich aber auch an der Grösse eines Landes, was die Deutschschweiz mit fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern mit Staaten wie Österreich, Belgien oder Dänemark vergleichbar macht. Die Lizenzkosten für einen eingekauften Spielfilm liegen normalerweise zwischen 5000 und 70'000 Franken. In Einzelfällen können die Preise für Blockbuster leicht über diesem Rahmen liegen.

Bei den Serien legt SRF ein starkes Gewicht auf Qualitätsproduktionen aus dem europäischen Raum, beispielsweise für den Sendeplatz am späteren Montagabend auf SRF 1. Serienfans mit dem Sinn für das Besondere kommen dort bei Produktionen wie «Gomorrha» aus Italien, «The Missing» aus Grossbritannien oder «Die Erbschaft» aus Dänemark auf ihre Kosten. Eine feste Grösse im Serienprogramm von SRF ist der Serienmontag auf SRF zwei: Zu sehen sind international erfolgreiche Serien für ein jüngeres Publikum. Neben US-Hits wie «Greyʼs Anatomy» und «Chicago Fire» werden auch regelmässig europäische Produktionen wie «Lifjord» oder «Dicte» programmiert. Auch am späten Freitagabend sind vermehrt attraktive Serien oder Mehrteiler wie «Fargo», «Outlander» oder «Trapped» zu sehen. Ausserdem will SRF seinen Zuschauerinnen und Zuschauern vermehrt Eventprogrammierungen wie die dänische Serie «Follow the Money» bieten. Die Rahmenbedingungen für Lizenzverkäufe im Serienbereich sind mit denen von Spielfilmen vergleichbar. Für eine halbstündige Serie variieren die Lizenzkosten zwischen 1000 und 5000 Franken pro Episode, bei stündigen Serien liegen die Kosten pro Folge zwischen 2000 und 14'000 Franken.