Fabio Guidi, Wasserrad-Konstrukteur

Fabio Guidi ist der einzige Eisenwasserrad-Bauer der Schweiz. Genutzt werden seine stählernen Ungetüme zur Stromproduktion. In Wallisellen speist ein Guidi-Wasserrad jährlich 130‘000 KWh ins Netz ein. Mehr über seine Tüftelei am Wasserrad in unserem Fragebogen.

Fabio Guidi.

Bildlegende: Konstrukteur und Tüftler Fabio Guidi will das Wasserrad perfektionieren und als Energiequelle wieder populärer machen. SRF

Schon als Kind spielte Fabio Guidi mit Wasserrädern. Zusammen mit seinem heutigen Compagnon baute er später in der Pfadi das erste Grosswasserrad. Das Wissen zum Bau von Wasserrädern fand der Maschinenbau-Ingenieur später in wissenschaftlichen Publikationen aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert.

Seither erforscht und entwickelt Guidi seine neuen Projekte auf einer selbstgebauten Test-Modellanlage. So optimiert er Wassereinlaufwinkel, Schaufelgeometrie und Wirkungsgrad.

Guidi führt heute die Motorsänger GmbH in Männedorf, die hauptsächlich Spielplätze für Schulen, Gemeinden und Genossenschaften entwickelt und baut. Doch seine grosse Leidenschaft ist und bleibt das Wasserrad. Das zeigen auch seine Antworten in unserem Fragebogen:

1. Ein guter Forscher würde nie ...

alles ganz alleine machen, weil im Austausch mit anderen Leuten viel Potential steckt.

2. Zum Forscher gemacht hat mich ...

die Freude am tüfteln.

3. Den Forschungsplatz Schweiz finde ich ...

attraktiv. Denn wenn jemand etwas forschen will, dann ist das in der Regel möglich.

4. Mein grösster Erfolg ...

die Wasserraäder als eine «vergessene» Energieherstellungvariante zu reaktivieren.

5. Meine grösste Niederlage ...

dass mein Tragflügel-Pedalo nie aus dem Wasser abgehoben ist.

6. Auf neue Ideen komme ich am besten ...

beim genauen Hinsehen, was sehr anstrengend sein kann.

7. Das wichtigste Buch für meinen Werdegang ist ...

in 80 Tagen um die Welt von Jules Verne.

8. Jungen Forschern in der Schweiz empfehle ich ...

mit Leidenschaft ein Ziel zu verfolgen, weil Leidenschaft immer gewinnt.

9. Die grösste Herausforderung der nächsten 20 Jahre für meinen Forschungszweig wird sein ...

die Kleinwasserkraft-Nutzung möglichst ökologisch und optisch ansprechend zu realisieren.

10. Wenn ich nicht mehr Forscher sein könnte, würde ich ...

Koch werden.

11. Der überflüssigste Forschungszweig ist ...

die Entwicklung des Hochgeschwindigkeits-Aktienhandels.

Fabio Guidi

Das Tragflügelpedalo: Es hätte bei steigender Geschwindigkeit mittels unter Wasser liegender Tragflügel während der Fahrt abheben sollen. Dadurch hätte der Rumpf das Wasser nicht mehr berührt und das Pedalo wäre quasi über die Wasseroberfläche «geflogen».