Argan: Schönheitselixier oder PR-Märchen?

Ob als Öl, Creme oder Gesichtsmaske – die Wirkstoffe aus dem marrokanischen Arganbaum sind gefragt. Kein Wunder: Argan gilt als Jungbrunnen für die Haut. Kosmetik-Labors in der Schweiz nutzen nun sogar Stammzellen der angeblichen Super-Pflanze. Doch Dermatologen warnen vor zu hohen Erwartungen.

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Argan: Wundermittelchen oder PR-Märchen?

3:38 min, aus 10vor10 vom 1.2.2013

Flüssiges Schönheitselixier oder modernes PR-Märchen? Das Öl des marokkanischen Arganbaums ist gefragt. Kein Wunder, es gilt als Jungbrunnen für die Haut. So gibt es Argan mittlerweile als Gesichtsmaske, Argan als Creme, Argan als Zusatz in Seife oder Shampoo. Kosmetikerin Rosine Dätwyler schwört darauf. «In Argan stecken viele Antioxidantien.» erklärt sie, «sie sind gut für die Haut, weil sie entzündungshemmend und wundheilend sind. Aber vor allem verlangsamen sie den Alterungsprozess der Haut.»

Kosmetik-Labors forschen mit Argan

Der Arganbaum kommt im südwestlichen Marokko und südöstlichen Algerien vor.

Bildlegende: Lebt in bis zu 1'300 Metern Höhe: Der Arganbaum kommt im südwestlichen Marokko und südöstlichen Algerien vor. Laurent Thieblemont / Wikipedia

Auch die Forscher eines grossen Kosmetiklabors im argauischen Buchs haben das angebliche Wundermittel Argan entdeckt. Stammzellen aus den Blättern des marokkanischen Baumes sollen die Haut länger jung halten, erklärt Biochemiker und Laborleiter Fred Zülli.

«Wir nutzen die Zellen zum Beispiel für eine Gesichtscreme», beschreibt er seine neuesten Forschungen, «die Argan-Stammzellen vitalisieren die menschlichen Stammzellen in der Haut. Die Hautdichte nimmt zu. Nach zwei bis drei Monaten hat der Konsument eine glattere, festere Haut.».

Dermatologe bleibt skeptisch

Allein mit der Gesichtspflege hat die Schweizer Kosmetikbranche 2011 rund 400 Millionen Franken Umsatz erzielt – nur Parfüm verkaufte sich besser. Die neue Creme mit Stammzellen aus dem marokkanischen Argan-Baum sei eine kleine Revolution, sagen nun die Entwickler.

Dermatologe Andreas Arnold vom Universitätsspital Basel bleibt skeptisch. «Es ist fraglich, ob diese pflanzlichen Stammzellen tatsächlich die Hautalterung verlangsamen können», erklärt er, «dazu müssten noch zusätzliche Studien durchgeführt werden.». Zudem, so fügt er hinzu, «haben Kosmetikprodukte per Definition keine therapeutische Wirkung; ansonsten würden sie als Medikament eingestuft».