Auf der Spur von Ötzis Blutergüssen

Mumienforscher entschlüsseln mit Analysen von Proteinen die Geheimnisse des Gletschermanns, der vor rund 5000 Jahren starb. In Hirnproben fanden sie Hinweise auf seine Verletzungen – doch ein Rätsel bleibt.

Die Mumie von Ötzi bei einer Untersuchung im Südtiroler Archäogiemuseum in Bozen, Italien.

Bildlegende: Seit Jahren ein Rätsel: Die Mumie von Ötzi bei einer Untersuchung im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen, Italien (Archivbild). Keystone

Forscher haben Hinweise auf Blutergüsse im Hirn von Ötzi präsentiert. In Gehirnproben der 5000 Jahre alten Mumie fanden sie Eiweisse von Blutkörperchen und Hirnzellen sowie Nervenstrukturen. Sie untermauern die Annahme, Ötzi habe sich die Blutergüsse unmittelbar vor seinem Tod zugezogen. Von dem «Meilenstein» spricht das Team um Frank Maixner von der Europäischen Akademie in Bozen und Andreas Keller von der Universität des Saarlandes.
 
«Die in der Probe gefundenen Blutklumpen lieferten weitere Hinweise dafür, dass es sich im nahezu blutleeren Leichnam bei den dunklen Stellen um Blutergüsse handeln könnte», so die Forscher. Der «Mann aus dem Eis» müsse sie unmittelbar vor seinem Tod erlitten haben.

Schon nach einer Computertomographie vor mehreren Jahren war vermutet worden, dass dunkle Stellen im Grosshirn durch den Schlag eines Angreifers entstanden seien. Ob die vermuteten Blutergüsse Ötzis von einem Schlag stammen oder von einem Sturz nach seiner Pfeilverletzung, ist ungelöst.