Boom bei Büchern zur Schweizer Geschichte – warum?

Bislang hat sich die Forschung oft auf Einzelaspekte wie die Neutralität der Schweiz beschränkt – doch in letzter Zeit richtet sich der Fokus wieder auf Gesamtschauen. An einer Tagung der Uni Fribourg diskutieren Fachleute dieses Phänomen. Der Basler Martin Lengwiler sieht dafür zwei Gründe.

Ein Umzug von Sattel Dorf, angeführt von den Roten Schwyzern zu Pferde (Archivbild).

Bildlegende: Erinnerung an die Morgartenschlacht. Ein Umzug von Sattel Dorf, angeführt von den Roten Schwyzern zu Pferde (Archivbild). Keystone


Boom neuer Geschichtsbücher über die Schweiz

5:29 min, aus SRF 4 News aktuell vom 07.02.2013

Der Historiker Martin Lengwiler von der Universität Basel ortet einen «gewissen Nachholbedarf» bei der Erkundung und Darstellung der Schweizer Geschichte. Die letzte grössere Übersicht des historischen Wissens erschien Mitte der Achtzigerjahre – ein guter Grund für eine Neubetrachtung.

Zudem habe sich auch die Perspektive des Blicks auf die Schweizer Geschichte geändert, so Lengwiler. In den 80er-Jahren habe die eigenständige Rolle der Schweiz, also der «Sonderfall», im Fokus gestanden, ebenso Kritik an der Überhöhung des Nationalgedankens. Heute würden Fachleute ihr Augenmerk dagegen stärker auf die Vernetzung der Schweiz in Europa richten.