Doping: Katz- und Mausspiel im Spitzensport

Das Thema Doping begleitet mittlerweile jede Spitzensportveranstaltung. Vor allem die Leichtathletik rückt vermehrt in den Fokus: 25 Prozent der Doping-Kontrollen in der Schweiz wurden 2014 in dieser Disziplin durchgeführt. Dennoch sind die Athleten den Kontrolleuren immer einen Schritt voraus.

Ein Mann mit Weste auf der steht "Antidoping Control"

Bildlegende: Mit rigiden Kontrollen soll dem Doping Einhalt geboten werden. Reuters

Es ist ein Versteckspiel auf hohem Niveau. Möglich ist es dank der modernen Medizin und Pharmazie: Immer neue Substanzen werden entdeckt und hergestellt, welche die körperliche Leistungsfähigkeit steigern. Oft haben sie kaum das Reagenzglas verlassen, schon werden sie von Athletinnen und Athleten eingesetzt. Zeit, die Substanzen ausreichend auf Nebenwirkungen zu testen, bleibt selten.

«Es geht darum, neue Substanzen anzuwenden, die die Kontroll-Instanz noch gar nicht kennt», sagt Marco Steiner, der stellvertretende Direktor von Antidoping Schweiz. Die Stiftung ist vom Bund mitfinanziert und die Kontrollinstanz für Doping in der Schweiz.

Dopingfälle steigen weltweit an

Mehr als 4000 Urin- und Blutproben wurden im vergangenen Jahr kontrolliert. Elf waren positiv. Wie viele Athletinnen und Athleten aber tatsächlich leistungssteigernde Substanzen benutzen, ist nicht klar. «Das hängt von den Sportarten und Disziplinen ab», sagt Steiner, «aber vereinfacht ausgedrückt könnte man sagen: Die Zahl der Fälle steigt weltweit an.»

Ob tatsächlich mehr Sportler dopen oder die Fortschritte in der Dopingbekämpfung schlicht mehr Fälle an die Öffentlichkeit bringen, kann keiner sagen. Mittlerweile müssen Doping-Proben nach einer ersten Analyse eingefroren und zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Für Marco Steiner ist das der Hauptgrund, warum mehr Fälle aufdecken werden. «Falls wir Zweifel haben, ist die Chance hoch, dass in fünf Jahren eine bessere Analysemethode zur Verfügung steht, die es uns erlauben wird auch rückwirkend, einen Athleten der sich dopt, positiv zu deklarieren».

Langzeitprofile sollen helfen

Auf diese Weise versuchen die Dopingfahnder sich einen Vorteil bei der Jagd nach den Substanzen zu verschaffen, denn oft wissen sie gar nicht, wonach sie überhaupt suchen müssen; zu schnell verlassen neue Mittel die Labors und landen in den Spritzen und Pillen der Athleten.

Bei immer mehr Sportarten werden nun zudem Langzeitprofile der Athletinnen und Athleten angelegt, sogenannte Biologische Pässe. Anhand der Messwerte aus den Blut- und Urinproben wird nach Auffälligkeiten und damit Hinweisen gesucht, ob sich jemand dopt – unabhängig von der Substanz. Einige Sportler versuchen bereits, diese neue Kontrolle mit Mikrodosierungen zu umgehen: Sie nehmen jeweils nur ganz geringe Mengen der Substanzen zu sich.

Das Katz- und Mausspiel geht damit in eine nächste Runde.

«Heute Morgen», SRF1