Imker-Kurse? Freie Plätze wieder 2016

Im Aargau ist die Nachfrage nach Imker-Kursen so gross, dass es Wartelisten gibt. Die Bienenzucht ist beliebt, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Vor allem das Interesse junger Menschen an der Imkerei nimmt stetig zu.

Drei Teilnehmer eines Imker-Kurses im Aargau betrachten Bienen auf den Waben, die ihnen der Lehrer zeigt..

Bildlegende: Anschaulich: Bei Imker-Kursen lernen die Teilnehmer das Handwerk in Theorie und Praxis. SRF

Früher klagten die Imkerverbände über fehlenden Nachwuchs und Überalterung ihrer Imker; heute werden sie von Anfragen fast überrannt. Konnten Imker-Kurse bis vor kurzem kaum besetzt werden, gibt es nun Wartelisten bis ins Jahr 2016, sagt Peter Stadelmann.

Der Aargauer Bienenberater führt in Villigen eine Gruppe Nachwuchs-Imker in das Handwerk der Bienenzucht ein. In Theorie und Praxis lernen die zwölf Kursteilnehmer, wie man einen Waben-Rahmen verdrahtet, einen Schwarm einfängt oder wie sich die Bienen verhalten, wenn sie krank sind. Dauer des Kurses: 18 Samstage, verteilt über zwei Jahre.

Hobby für Naturfreunde

Zu den neuen Imkern zählen deutlich jüngere Mitglieder und mehr Frauen. Dies habe mit der medialen Präsenz zu tun, sagt Fritz Imhof, Verbandspräsident der Aargauischen Bienenzüchtervereine. Auch der preisgekrönte Dokumentar-Film «More than Honey» des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof inspiriere den Nachwuchs.

Eine Bienenkönigin, die zur Unterscheidung im Bienenstock mit einem violetten Punkt auf dem Rücken markiert ist.

Bildlegende: Das Wohlergehen der Königin, die eine Markierung trägt, ist für das Bienenvolk entscheidend. SRF

Der Film habe auf eindrückliche Weise das Bienensterben thematisiert und aufgezeigt, wie wichtig die Biene für den Erhalt des Ökosystems ist. Und: «Einmal vom Bienenzucht-Virus angesteckt», sagt der Verbandspräsident, «kommen die meisten Imker nicht mehr davon los.»

Bienen-Fleiss erforderlich

Doch wer Bienenzüchten will, braucht eigene Völker. Auch angehende Imker sollten spätestens nach dem ersten Ausbildungsjahr mit zwei bis drei eigenen Bienenvölkern arbeiten. Der Aufwand aber sei nicht zu unterschätzen, sagt die Aargauer Imkerin Brigitte Bürge, deren Bienenhaus am Waldrand von Schäfisheim steht.

Ein einziges Volk kann auf bis zu 50'000 Bienen heranwachsen. Dann müssen die Schwärme zum richtigen Zeitpunkt geteilt werden: Die Bienenzucht benötigt deshalb vor allem im Frühling besonders viel Aufmerksamkeit. Auch Brigitte Bürge ist dann täglich in ihrem Bienenhaus anzutreffen.

Doch die Vorbereitungsarbeiten sind ebenfalls zeitintensiv. Die Waben für die Brut und den Honig stellt der Imker zur Verfügung. Und schliesslich müssen Imker die Heimat ihre Schützling sauber halten. Imkerin Bürge fasst ihre Erfahrungen so zusammen: «Wer imkern will, muss gerne putzen!».

Imkern in der Schweiz

In der Schweiz gibt es rund 20‘000 Imker. Davon imkern 1’000 im Aargau. Im Durchschnitt produziert ein Bienenvolk – ein so genanntes Wirtschaftsvolk – rund 20 Kilo Honig pro Jahr. Das Bienensterben wird die Imker weiter beschäftigen, ebenso wie die Varroa-Milbe, die Völker schwer dezimiert.

Das Thema im TV:

Der TV-Beitrag über die Nachwuchs-Imker ist am Donnerstag, 17.4., ab 19 Uhr bei «Schweiz aktuell» auf SRF 1 zu sehen.