Unhöflichkeit ist ansteckend

Nicht nur Viren und Bakterien sind ansteckend – auch Unhöflichkeit ist es. Inkubationszeit: Bis zu einer Woche. Symptome: Übellaunigkeit und schlechte Leistung.

Autofahrer streckt Mittelfinger in die Luft

Bildlegende: Leicht übertragbar: Wer solches oder ähnlich unhöfliches Verhalten zeigt, sollte sich seiner ansteckenden Wirkung bewusst sein. Imago

Unhöflichkeit ist das Pendant zu einem lauten «Hatschi» in der vollen S-Bahn ohne die Hand vor den Mund zu halten. Unhöflichkeit ist nämlich hochgradig ansteckend. Psychologen der Universität Florida haben in einer Studie gezeigt: Versuchspersonen, die man unhöflich behandelt hat, sind in nächsten Begegnungen selber tendenziell unhöflich – und zwar auch noch nach einer Woche. Aber aufgepasst, nicht nur die direkten Opfer sind gefährdet.

Ansteckung nur durch zuschauen

Es reicht sogar nur Zeuge von einer Unhöflichkeit zu sein, um selbst gröber im Umgangston zu werden. Da können selbst so simple Dinge, wie eine halbwegs nette E-Mail zu verfassen, zur Herausforderung werden. Die eingenistete Unhöflichkeit macht auch mit den Unhöflichen selbst etwas. Sie sind nicht nur sozial unverträglicher, sondern arbeiten auch schlechter und sind weniger leistungsfähig. Das sagen zumindest die Studien der US-Psychologen. Unhöflichkeit wirke wie ein Neurotoxin – ein Nervengift. Und noch wurde kein Gegengift gefunden.

Prophylaxe «Mund halten»

Aber vielleicht hilft ja bereits das Wissen um die ansteckende Wirkung von Unhöflichkeit – und dass sie alles andere als harmlos ist –, damit sich der eine oder die andere nicht nur beim Husten die Hand vor den Mund hält, sondern auch bei der nächsten Grobheit, die auf der Zunge liegt.

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