Woher stammen die Ureinwohner Amerikas?

Schon lange vor der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 war der Kontinent von Ureinwohnern besiedelt. Es waren eurasische Siedler, die von Sibirien über die Beringstrasse kamen – so die klassische Theorie. Doch aktuelle Studien zeigen, dass die Amazonas-Völker andere Urahnen haben.

Surui mit Federschmuck

Bildlegende: Doch keine eurasischen Vorfahren? Genetisch ähneln die Völker der Surui und Karitiana stark den Ureinwohnern Ozeaniens. Das zeigen aktuelle Studien. Reuters

Die Vorfahren der amerikanischen Ureinwohner kommen aus Eurasien. Vor etwa 20‘000 Jahren nutzten sie eine Landbrücke zwischen Sibirien und Alaska, die sich während der letzten Kaltzeit gebildet hatte.

Eine unerwartete Sensation

Bisher war man davon ausgegangen, dass sich diese Siedler in einer einzigen Einwanderungswelle über den Nord- und Südkontinent ausbreiteten (siehe Box).

Doch nun zeigen aktuelle Erbgut-Analysen, dass mindestens zwei Amazonas-Völker eine starke genetische Ähnlichkeit mit den Menschen haben, die heute Neuguinea, Australien und Inseln im Golf von Bengalen bevölkern.

Wann und wie ihre Ahnen nach Amerika kamen, ist unklar. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich um eine zweite Gründerpopulation handelt.

Weitere genetische Studien, etwa die Analyse archäologischer Funde, könnten klären, welche Gruppe von Zuwanderern den Kontinent zuerst erreichte.

Landbrücke nach Amerika

Landbrücke nach Amerika

Während der letzten Kaltzeit erreichten eurasische Zuwanderer den Nordwesten Amerikas. Sie breiteten sich entlang der Küste aus und gelangten vor etwa 14'000 Jahren in den äussersten Süden, nach Feuerland. Mit dem Rückzug der schmelzenden Eismassen rund 1000 Jahre später spaltete sich eine Gruppe in Nordamerika ab und drang ins Landesinnere vor.