Auch Schimpansen könnten kochen lernen

Der Wechsel von Rohkost hin zu gekochter Nahrung war ein Meilenstein in der Evolution des Menschen. Auch Schimpansen besitzen die elementaren kognitiven Fähigkeiten, die für das Kochen von Nahrung notwendig sind.

Schimpansen-Mutter und Junges bei einer Zoo-Fütterung

Bildlegende: Geduld, Selbstbeherrschung und Motivation: Wenn sie die Wahl haben, bevorzugen Schimpansen gekochte Nahrung – und sind sogar bereit, darauf zu warten. Keystone

Verglichen mit Rohkost kann der Körper über Gekochtes deutlich mehr Energie aufnehmen. In der menschlichen Evolution war der Wechsel zu gekochter Nahrung für die Versorgung des wachsenden Gehirns entscheidend. Doch wann fingen wir an, Feuer auch zum Kochen zu nutzen? Schimpansen, die zu unseren engsten Verwandten zählen, könnten diese Frage beantworten.

In einem Versuch der Universität Harvard liessen Forscher die Tiere zwischen Rohem und Gekochtem wählen: Sie konnten ein Stück Möhre oder Süsskartoffel entweder sofort essen oder es zuerst in eine Art Herd geben, aus der es gekocht zurück kam. Zusätzlich stellten sie die Forscher einen Kontroll-Behälter auf, der die Nahrung unverändert liess.

Das Ergebnis: Die meisten Schimpansen legten ihre Stücke in den Herd – selbst wenn sie warten mussten. Auch lernten sie den neuen Weg der Zubereitung schnell. Laut den Forschern deutet das darauf hin, dass das Kochen in der menschlichen Evolution früh auftrat.

So «kochen» Schimpansen

Wählten die Tiere die «Herd»-Variante, legten Versuchsleiter die Möhre oder Süsskartoffel in den Behälter, schüttelten ihn zehn Mal – und nahmen aus einem doppelten Boden ein gekochtes Stück heraus. Auch wenn die Schimpansen einen Weg zum Herd zurücklegen oder gar drei Minuten warten mussten, entschieden Sie sich vor allem für die gekochte Nahrung.