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Natur & Umwelt Bewohnbare Planeten? Zwei neue Kandidaten im All gefunden

Einen Planeten zu finden, auf dem wir leben könnten – der Traum vieler Astronomen. US-Forscher haben nun acht neue Planeten entdeckt. Nach eigenen Angaben sind es die bislang erdähnlichsten Planeten, die bei anderen Sternen gefunden wurden. Zwei von ihnen könnten besonders lebensfreundlich sein.

Künstlerische Darstellung eines Planeten vor einem Planetennebel.
Legende: Lichtjahre entfernt, aber lebensfreundlich: Um in der bewohnbaren Zone zu liegen, muss ein Planet so viel Sonne bekommen wie die Erde (künstlerische Darstellung). David A. Aguilar (CfA)

Die beiden fernen Himmelskörper sind nur wenig grösser als die Erde und kreisen mit grosser Wahrscheinlichkeit in der sogenannten bewohnbaren Zone um ihre Heimatsterne – also dort, wo es weder zu heiss noch zu kalt ist für flüssiges Wasser. Dies berichten die Wissenschaftler vom Harvard-Smithsonian-Zentrum, Link öffnet in einem neuen Fenster für Astrophysik (CfA). Ob einer der Planeten bewohnbar ist, wissen sie allerdings nicht.

Insgesamt acht ferne Planeten in der bewohnbaren Zone hatten sie in den Daten des US-Weltraumteleskops Kepler aufgespürt. «Die meisten dieser Exoplaneten sind mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Gestein wie die Erde», sagte der Hauptautor der Studie, Guillermo Torres vom CfA. Doch zwei sind unserem Heimatplaneten offenbar besonders ähnlich.

Vielversprechende Kandidaten

Der Planet Kepler-438b ist nur zwölf Prozent grösser als die Erde. Seine Sonne ist ein roter Zwergstern, der kleiner und kühler als unsere Sonne ist. Allerdings umkreist der Planet ihn in so geringer Entfernung, dass er etwa 40 Prozent mehr Licht erhält als die Erde. Laut den Forschern liegt Kepler-438b mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit in der bewohnbaren Zone seines Sterns.

Beim Planeten Kelper-442b sind es sogar 97 Prozent. Auch er umkreist einen Zwergstern, bekommt jedoch nur etwa zwei Drittel so viel Licht wie die Erde von der Sonne und ist ein Drittel grösser.

«Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob irgendeiner der Planeten in unserer Stichprobe wirklich bewohnbar ist», unterstrich Ko-Autor David Kipping vom CfA. «Wir können nur sagen, dass sie vielversprechende Kandidaten sind».

Lichtjahre entfernt

Die riesige Entfernung der entdeckten Planeten zur Erde macht weitere Untersuchungen derzeit schwierig: Kepler-438b ist 470 Lichtjahre von uns entfernt, Kepler-442b sogar 1100 Lichtjahre – das sind gut 10 Billiarden Kilometer. Zum Vergleich: Der nächste Stern unseres Sonnensystems ist Proxima Centauri mit rund vier Lichtjahren Entfernung.

Kultur aktuell, SRF2 Kultur, 7. Januar 2015

Weitere Exoplaneten

Die beiden bisher erdähnlichsten Exoplaneten – Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems – sind nach Angaben der Forscher 10 und 40 Prozent grösser als die Erde. Sie bekommen jedoch nur 32 beziehungsweise 41 Prozent soviel Licht. Insgesamt haben Astronomen schon über 1800 Exoplaneten registriert. Viele darunter sind aber unbewohnbare Gasriesen.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Nun der eine liebt es, wenn die Weltbilder möglichst verankert sind in einer langen Tradition. Das Fundament. Ander lieben es wenn Weltbilder endlich aufbrechen - wie ich. Die Stringtheorie + Ewige Inflationstheorie + Dunkle Materien Energie = Multiversum beschäftigen heute die führenden Wissenschaftler. Ein anderer sagte einmal: In meines Vaters Haus gibt es viele Wohnungen. Nur das es so viele sein sollen und noch wissenschaftlich untersucht, das überrascht sogar mich.
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  • Kommentar von Henriette Rub, Bern
    Ach, arme Menschen mit ihrem Machbarkeitswahn. Aktuelle Probleme kriegt man nicht in den Griff, dafür verpulvert man massenweise Finanzen für Illusionen.
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    1. Antwort von Marco Strassmann, Zürich
      Ach, arme Menschen. Sitzen hier in Ihrer kleinen Welt, lesen die Nachrichten und Philosophieren was alles anders Sein könnte. Doch allem Anschein entgegen gibt es einige die was bewegen. Mag es Unscheinbar klein sein und jemand anderem dienen, so machen Sie doch etwas. Es nennt sich Wissen schaffen. In Anbetracht der grossen menschlichen Ressourcen wird sich der Weg wohl dorthin bewegen. Oder doch lieber hier Sitzen und mehr Ressourcen verbrauchen. Ohne Kompass, ohne Strom, ohne Wissen...
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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Das Wissenschaftliche Weltbild steht wieder einmal vor riesigen Durchbrüchen und Veränderungen, dies war vielleicht ab 1890 das letzte Mal der Fall. Nur ein Beispiel, noch wehren sich die Physiker dagegen "Einsteins größte Eselei" wieder in ihr Weltbild aufzunehmen "Die Kosmologische Konstante", das ist eine Gegenkraft zur Gravitation. Das Verrückte an der Kosmologischen Konstante ist ihr extrem kleiner Wert, den ihn so Bedeutendt macht. Keine Angst Zufall und Bestimmung sind ein und dasselbe!!!
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