Der Klimawandel als Wirtschaftsbremse

Laut einer neuen Studie ist zu viel Wärme schlecht für die Produktivität von Volkswirtschaften: Bei 13 Grad Celsius laufe es am besten. Der vorhergesagte Klimawandel hätte laut den Forschern in aller Welt spürbare Konsequenzen – und würde die Unterschiede zwischen arm und reich noch verschärfen.

Ein Arbeiter auf einem vertrockneten Reisfeld.

Bildlegende: Klima als Wirtschaftsfaktor: Arbeiter auf einem vertrockneten Reisfeld im Umland der chinesischen Millionenstadt Chongqing. Reuters

Steigende Temperaturen durch den Klimawandel könnten die Weltwirtschaft laut einer Studie bremsen. Die höchste Produktivität hätten Volkswirtschaften bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 13 Grad Celsius, schreiben Forscher in «Nature». Bis zu dieser Marke stiegen Erträge an – werde es wärmer, sänken sie fast linear wieder.

Auf der Basis ihres Modells (siehe Box rechts) berechnen die Forscher Folgen eines Klimawandels: Bei einem Anstieg von gut 4 Grad Celsius bis 2100 drohe eine Minderung der weltweiten Wirtschaftskraft von fast einem Viertel.

In 77 Prozent der Länder, so die Berechnungen, würden die einzelnen Menschen im Durchschnitt ärmer als ohne Erwärmung. Das reichste Fünftel der Länder werde noch leichte Zugewinne einfahren: Dort seien die Temperaturen vergleichsweise niedrig. Insgesamt werde sich der Abstand zwischen arm und reich vergrössern.

Temperatur und Produktivität

Ob Wirtschaftskraft direkt von Temperaturen abhängt, war in früheren Studien umstritten. Für die neue Studie wertete man Daten von 1960 bis 2010 in 166 Ländern aus – in makroökonomischem Massstab. Demnach ist die Marke von 13 Grad unabhängig vom Industrialisierungsgrad. Sie gelte sowohl für Leistung von Arbeitskräften als auch die Landwirtschaft.