«Ein grossartiges Comeback»

Der Bestand der Tiger in Indien hat erheblich zugenommen. Tierschützer jubeln – und klagen zugleich, denn in anderen Ländern hat es der König des Dschungels noch immer schwer.

Ein Tiger im Bandhavgarh National Park im Bundesstaat Madhya Pradesh.

Bildlegende: Unter dem Schutz der indischen Regierung: Ein Tiger im Bandhavgarh National Park im Bundesstaat Madhya Pradesh. Imago

Die Zahl der Tiger in Indien ist um fast ein Drittel gestiegen. Für den jüngsten Tigerbericht seien 2226 Raubkatzen gezählt worden, sagte Umweltminister Prakash Javadekar. Vier Jahre zuvor seien es nur 1700 Tiger gewesen. Nach seinen Angaben leben in Indien etwa 70 Prozent der weltweiten Tigerpopulationen.

Um die Raubtiere zu schützen, war die Regierung in den vergangenen Jahren hart gegen Wilderer vorgegangen und hatte strenge Regeln für Schutzgebiete erlassen. Tierschützer halten die nun ansteigende Population für einen grossen Erfolg, gerade angesichts der hohen Bevölkerungsdichte in Indien.

Schutzappell an andere Länder

Die Umweltorganisation WWF bezeichnete den Anstieg als Sensation. «Ein grossartiges Comeback» für den König des Dschungels, erklärte ein Vorstandsmitglied. Der WWF forderte Länder wie Malaysia und Indonesien auf, diesem Beispiel zu folgen und den Schutz der Tiere zu intensivieren.

Noch vor einem Jahrhundert lebten laut dem WWF in Asien Schätzungen zufolge rund 100‘000 Tiger. Jagd und der internationale Handel mit Körperteilen von Tigern reduzierten die Populationen jedoch drastisch. Tigerprodukte, zum Beispiel aus Knochen, sind vor allem in der traditionellen asiatischen Medizin gefragt.