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Natur & Umwelt Fruchtbare Wiesen – dank Mischkulturen

Klassische Landwirtschaft versucht, mit einer einzigen Pflanze viel Ertrag vom Acker zu holen – die Monokultur. Doch wenn sich viele Arten ergänzen, könnten sie mehr Biomasse liefern – und sind widerstandsfähiger gegen Schädlinge. Das haben Experimente mit Wiesenpflanzen gezeigt.

Legende: Video Der Mix macht's – mehr Biomasse als bei Monokulturen (Nano/3sat) abspielen. Laufzeit 5:31 Minuten.
Vom 03.07.2015.

Endlose Reihen mit Raps, gefolgt von endlosen Reihen von Weizen, gefolgt von endlosen Flächen mit Raps: So sehen die Felder von Landwirten in Industrieländern aus. Monokulturen liefern am meisten Ertrag, lautet der Glaubenssatz – doch Umweltforscher an der Universität Zürich sehen in Mischkulturen eine echte Alternative.

In Experimenten mit Kulturen von mehr als zehn verschiedenen Wiesenpflanzen zeigte sich, dass die «Arbeitsteilung» auf dem Boden gut funktioniert. Über mehrere Jahre hinweg stieg die Biomasse von Spitzwegerich, Storchenschnabel, Gräsern und anderen Gewächsen stetig an: mehr Blattwerk, mehr Wurzelmasse – und weniger gefrässige Schädlinge als in vergleichbaren Monokulturen.

Arbeitsteilung auf dem Acker

Die Gründe sieht Bernhard Schmid vom Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften vor allem in der «Arbeitsteilung». Während etwa schlank gewachsene Gräser im oberen «Stockwerk» des Bewuchses das Licht ausnutzen, bilden flache Gewächse breitere Blätter, um tief am Boden genug Sonnenschein zu bekommen.

In Versuchen in Gewächshäusern in Zürich und im Freiland nahe Jena in Deutschland zeigte sich, dass unterschiedliche Pflanzen einander auch vor Schädlingen schützen. Und obendrein passten sie sich ihrem Zusammenleben an. Innerhalb von acht Jahren bildeten Arten mit langen Blättern diese Eigenschaft noch stärker aus, erläutert Schmid im TV-Beitrag, den das Wissenschaftsmagazin «nano», Link öffnet in einem neuen Fenster auf 3sat sendete.

Der Fachmann ist überzeugt, dass solche Erkenntnisse auch helfen könnten, die Erträge bei Nutzpflanzen wie Weizen deutlich zu erhöhen. Um wie viel? Das beziffert er im TV-Beitrag oben.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Mathias Roth, Herrenhof
    Die CH Landwirtschaft setzt im Futterbau seit Jahrzehnten auf Mischungen von wertvollen Futtergräsern und Kleearten und erreicht damit hohe Erträge und eine gute Futterqualität. Die Leguminosen können den Boden mit Stickstoffdünger anreichern, den sie mit Hilfe von Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln aus der Luft gewinnen. Weizenmischungen werden schon lange in der Praxis angebaut, leider mit mässigem Erfolg. Z.B. passt der Erntezeitpunkt von 2 verschiedenen Sorten nie ganz genau zusammen.
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  • Kommentar von Felice Limacher, Zürisee
    Ach was .... wer hätte das gedacht. Kommt jetzt auch die "Wissenschaft" endlich auf die Erkenntnis, welche in der Permakultur schon seit dreissig Jahren und mehr praktiziert wird. Was für eine Meisterleistung !!!
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  • Kommentar von Ulrich Hubeli, Adliswil
    Bitte, das ist doch schon lange bekannt. Nichts ist so wie Sie es anpreisen. Mischkulturen wurden schon von den Maya angewendet. Dann kamen in diesem Jahrhundert die Agrar-Ingenieure und sagten den Nachkommen der Maya sie sollten auf Monokulturen umstellen. Der Effekt war das der Ertrag um ein vieles sank, gegenüber der alten Abaumethode die ihre Ahnen anwendeten. Das gleiche gilt für die Permakultur. Mit dieser Methode werden nur Mischkulturen angewendet, und Pflanzen kreuzweise angepflanzt.
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