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Natur & Umwelt «Fussball»-Moleküle schlucken Sternenlicht im All

Seit 100 Jahren rätseln Forscher über dunkle Lücken in ihren Bildern vom Weltall, wo das Sternenlicht verschluckt wird. Schuld daran ist ein fussballförmiges Kohlenstoff-Molekül. Das haben Basler Chemiker nun nachgewiesen.

Buckminster-Fulleren mit Sternenhimmel
Legende: «Fussball»-Molekül absorbiert das Licht der Sterne: Das Kohlenstoff-Molekül wurde 1985 entdeckt und besteht aus 60 Kohlenstoffatomen. Im All ist es gasförmig und geladen. Universität Basel

Vor knapp 100 Jahren entdeckten Astronomen, dass das Spektrum des Sternenlichts auf der Erde mit dunklen Lücken, sogenannten Absorptionsbanden, ankommt. Chemikern der Universität Basel ist der Nachweis gelungen, dass das Licht von fussballförmigen Kohlenstoffmolekülen, den «Buckminster-Fullerenen», absorbiert wird.

Über 400 sogenannte diffuse interstellare Banden sind bisher bekannt. Mit einer speziellen Form der Spektroskopie konnten die Forscher im Labor zeigen, dass zwei dieser Absorptionsbanden zustande kommen, weil in genau diesem Bereich das «Fussball»-Molekül das Licht absorbiert. Ihr Ergebnis belegt auch, dass das Molekül überhaupt im All vorkommt – und zwar in geladenem, gasförmigen Zustand.

Der Nachweis dieser Kohlenstoffverbindungen im Weltall ist für Astronomen von grosser Bedeutung. Die Moleküle gäben Aufschluss darüber, wie verschiedenste Strukturen im All entstehen – etwa Regionen, die Sterne bilden.

Richard Buckminster Fuller

Buckminster Fuller war ein US-amerikanischer Designer und Architekt. Er war bekannt für seine geometrischen Kuppelkonstruktionen. Da das fussballförmige Kohlenstoff-Molekül «C60» an die Entwürfe Fullers erinnerte, wurde es zu seinen Ehren «Buckminster-Fulleren» genannt.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Eduard Biner, Zermatt
    Interessant! Sollte es sich herausstellen, dass solche Moleküle im früheren Universum im interstellaren Raum weit verbreitet waren, hiesse dies, dass das Licht ferner Galaxien abgeschwächt würde, dass diese somit weniger weit entfernt wären, als bisher angenommen. Das könnte heissen, dass sich die Ausdehnung des Universums NICHT beschleunigt! Theorie der Dunklen Energie: adieu!
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    1. Antwort von D. Schwarz, Zürich
      1. Die Entfernung von fernen Galaxien wird nicht durch ihre Helligkeit, sondern durch die Rotverschiebung bestimmt. Solange der Detektor genug Licht von der Galaxie empfangen kann, hat eine Abschwächung keine Auswirkungen auf das Resultat. 2. Die Beobachtung der beschleunigten Ausdehnung basiert auf relativ nahen Galaxien, ist also unabhängig davon, ob die Entfernung von fernen Galaxien stimmt. Fazit: So einfach wird man die dunkle Energie nicht los.
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    2. Antwort von Rolf Künzi, Winterthur
      Ja habe mich auch schon gefragt ob Licht nicht altert oder sich abschwächt. Sicher sind viele Fehler in den heutigen Theorien. Wenn sich das Universum nicht so schnell ausdehnt wie es scheint, wie alt ist dann der Pig-Pang? Nun ich denke sowieso nicht Linear sonder Simultan oder A-kausal was kein denken mehr ist sonder erfassen als Ganzes.
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    3. Antwort von Eduard Biner, Zermatt
      @D. Schwarz, Dachte eigentlich, dass die Rotverschiebung durch die Geschwindigkeit entsteht, mit der sich Objekte von uns entfernen (Dopplereffekt). Zudem hörte ich mal etwas von "Standardkerzen" (Supernovae Typ 2 ??) deren Helligkeit zur Entfernungsbestimmung verwendet werde. Können Sie vielleicht mehr darüber sagen?
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    4. Antwort von Rolf Künzi, Winterthur
      Dunkle Materie und dunkle Energie, sind ja nur Synonyme für etwas was mathematisch zwingend vorhanden sein muss, was es jedoch ist hat noch kein Mensch(Astronmom) eine Ahnung. Wir reden also schon etwas weg was wir noch gar nicht gefunden haben, wir sprechend z.B. von gravitativen Ungereimtheiten In gigantischer Größenordnungen die ohne DM und DE nicht erklärbar sind. das alte astronomische Weltbild ist eh am sterben, lassen wird los.
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    5. Antwort von Eduard Biner, Zermatt
      @D.Schwarz,1.Die Rotverschiebung gibt primär die Geschwindigkeit an, mit der sich Objekte von uns entfernen (Dopplereffekt). Da diese von der Entfernung abhängig ist, lässt sich daraus die Distanz berechnen. Um festzustellen, ob sich das Universum beschleunigt oder verzögert ausdehnt, braucht es zum Vergleich die Methode der Standardkerzen (Supernova), welche die Entfernung durch Helligkeit bestimmt. 2.Kann man bei nahen Galaxien überhaupt auf das ganze Universum schliessen?
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    6. Antwort von Rolf Künzi, Winterthur
      Beim Dopplerefekt und der Rotverschiebung, die auch beim Schall vorkommt, hier jedoch mit einem Medium der Luft, geht es meines Wissens einzig um die Streckung der Wellen welche rot sind, beim Entfernen, im Gegensatz zu gestauchten Wellen welche blau sind. Licht hat aber kein Medium sonder bewegt sich im Vacuum mit der immer gleichbleibenden Geschwindigkeit. Ich denke die Wissenschafler gehen von dieser Naturkonstante aus. man sieht wie komplex das Thema wird wenn man nur etwas nachhackt.
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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Sehr interessant, danke, wir sind von der Zalh fünf! Der Mensch passt in ein Pentagramm. http://www.youtube.com/watch?v=wziQE7z5hT8
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