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Natur & Umwelt Klimawandel erwärmt die Seen der Welt

Gerade erst hat sich die Weltgemeinschaft in Paris auf ein Klimaabkommen geeinigt, da überbringt die US-Raumfahrtbehörde Nasa die nächste schlechte Nachricht: Die Seen der Welt erwärmen sich schneller als Meere und die Atmosphäre – das könnte auch Folgen für die Seebewohner haben.

Eine gelbe Boje misst Wassertemperaturen auf dem Lake Tahoe in den USA.
Legende: Temperatur-Messungen: Neben Satelliten nutzten die Forscher Bojen – hier auf dem Lake Tahoe an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada. Limnotech / Nasa

Die Seen erwärmten sich in den vergangenen 25 Jahren um durchschnittlich 0,34 Grad Celsius pro Jahrzehnt. «Diese Ergebnisse suggerieren, dass grosse Veränderungen in unseren Seen nicht nur nicht verhinderbar sind, sondern wahrscheinlich schon passieren», sagte Studienautorin Catherine O'Reilly.

Je nach Klimazone zeigen sich die Veränderungen unterschiedlich. Seen in kälteren Zonen verlieren im Frühling früher ihre Eisdecke. In vielen Gegenden liegen die Seen laut den Forschern zudem seltener unter wolkenbedecktem Himmel, so dass Sonnenstrahlen das Wasser stärker aufwärmen.

Der Anstieg bedrohe das Trinkwasser der Menschen – und viele Ökosysteme. So werde das Algenwachstum in Seen wohl um 20 Prozent zunehmen. Das Absterben der Algen kann zu Sauerstoffmangel führen, der Fische bedroht. Das Wachstum von Algen, die für Tiere giftig sind, werde wohl um fünf Prozent ansteigen.

Zur Studie

Temperaturgrafik des Lake Tahoe
Legende: Blau entspricht kalten Temperaturn, rote Farbe zeigt warme an. Nasa

Für die Studie analysierten die Wissenschaftler Daten von Satelliten und Messungen auf der Erde aus. Das Bild zeigt Resultate für den Lake Tahoe in den Vereinigten Staaten.

4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Fortsetzung: Unsere Gesellschaft hebt sich bei den meisten Problemlösungen dadurch hervor, dass die Lösungen nicht bis zum Schluss durchdacht werden. Das passt sogar zu unserem neuen Schul- und Hochschul-Bildungssystem. "Lerning by doing" und "Visionen" können ein gefährliches Spiel werden.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Erwärmung der Seen erfolgt mit Sicherheit auch durch diese Aber1000en WKWs. 95% der Fliessgewässer sind verbaut. Dort werden nicht nur hohe %-Anteile der Fische, Krebse, Aale durch Turbinen+Rechen, fehlende oder ungenügende Fischtreppen getötet, an den meisten Orten wird gestaut. Gestautes Wasser erwärmt sich schneller, beschleunigt durch Verschlammung. Typische Fließgewässerlebensräume wie Kieslaichplätze gehen durch Geschiebemangel verloren, die Gewässerbettdynamik kommt zum Erliegen.
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    1. Antwort von M. Roe, Gwatt
      Hermann: ... und die vielen hunderte von AKWs. Deren Abwärme geht täglich in "noch nie benannten Anteilen" in die Umwelt. Es wäre interessant, einmal solche Zahlen zu erhalten, dann würden die AKW Befürworter ruhig gestellt. Eines ist klar, die Klimaerwärmung kann nicht aufgehalten werden, was mich nicht so sehr beunruhigt. Mich beunruhigt mehr, wie es mit AKWs weiter geht, wenn sie z.B. unter Wasser stehen, oder die Spezialisten für den Betrieb der AKWs durch Katastrophen ausgerottet würden.
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    2. Antwort von S. Moser, Frutigen
      zur Ergänzung der Replik von Roe: Mühleberg heute: Bei der Flusswasserkühlung wird das Kühlwasser der Aare entnommen, im Kondensator um maximal drei Grad Celsius erwärmt und wieder in den Fluss geleitet. Im Sommer gibt es Obergrenzen, im Winter - der temperaturkritischen Laichzeit - nicht. Schon ein halbes Grad kann Einfluss auf das Laichverhalten haben.
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