Pflanzen-WG bringt höhere Erträge

Eine Studie der Uni Zürich weist nach: Es ist möglich, Pflanzen so zu züchten, dass eine Mischung auf dem Feld höhere Erträge abwirft als Monokulturen. Damit hoffen die Forscher auf einen «Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft»: denn Monokulturen sind zwar effizient, aber nicht nachhaltig.

Feld mit vier verschiedenen Kohlarten

Bildlegende: Gemüsefeld mit verschiedenen Kohlarten: Bei Weizen wurde bereits nachgewiesen, dass der Ertrag steigt, wenn genetisch unterschiedliche Sorten im Feld stehen. Imago

Die Forscher hatten zehn Jahre lang Wiesenpflanzen beobachtet, die in Monokulturen oder in Mischkulturen gewachsen waren. Die «WG-Pflanzen» zeigten dabei eine höhere Produktivität als solche die Monokulturen.

Der Grund: In gemischten Pflanzengesellschaften können sich Schädlinge weniger gut ausbreiten, weil sie ihre Lieblings-Futterpflanze nicht so leicht finden. Die Pflanzen schützen sich so gegenseitig und können ihre Ressouren statt in die Abwehr von Schädlingen in Wachstum und Nachkommen investieren.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass die Pflanzen Bodennährstoffe, Licht und Wasser besonders gut ausnutzen konnten, weil sie sich innerhalb weniger Generationen an ihre Pflanzen-WG angepasst hatten: Gräser bildeten dickere Blätter, um das Licht im oberen Stockewerk der Wiese besser zu nutzen. Klee bildete grössere und dünnere Blätter, um das schwache Licht in Bodennähe einzufangen. Durch diese Spezialisierung brachten die Pflanzen insgesamt einen höheren Ertrag.

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