Sterne der ersten Generation nach dem Urknall entdeckt

Astronomen haben erstmals Sterne der ersten Generation nach der Geburt des Universums beobachtet. Sie entstanden aus der Ur-Materie – und erst sie erschufen Kohlenstoff und andere Elemente, aus denen alle Lebewesen bestehen.

Illustration der Galaxie CR7

Bildlegende: Sterne der ersten Generation nach dem Urknall: Laut der Europäischen Südsternwarte war bisher unklar, ob sie überhaupt existieren. (Bild: künstlerische Darstellung.) Eso/M. Kornmesser

Mit dem Very Large Telescope lässt sich tief in die Vergangenheit des Universums blicken: In einer frühen Phase von 800 Millionen Jahren nach dem Urknall hat ein internationales Forscherteam nun eine Vielzahl sehr junger Galaxien entdeckt.

Eine von ihnen, «CR7», sei nicht nur die hellste Galaxie, die bisher in dieser Phase beobachtet wurde, berichten die Forscher. Sie bestehe auch aus Sternen, die keine Anzeichen für schwere Elemente wie Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff oder Eisen zeigen. Ein Hinweis darauf, dass die Sterne zur ersten Generation nach dem Urknall gehören, denn: Erst sie bildeten in ihrem Innern diese Elemente, aus denen alles Leben besteht.

«Das sind die Sterne, die die Atome gebildet haben, aufgrund derer wir überhaupt existieren», so das Fazit des Studienleiters David Sobral, «noch aufregender geht es wirklich nicht.»

Weitere Beobachtungen sollen den Fund bestätigen und weitere Sterne dieser Art identifizieren.

Sterne der ersten Generation

Die Sterne der sogenannten Population III entstanden aus der Materie, die aus dem Urknall stammte. Da erst diese Sterne in ihrem Innern die schweren Elemente erschufen, bestanden sie selbst aus den einzigen Elementen, die schon zuvor existiert hatten: Wasserstoff, Helium und Spuren von Lithium.