Treibhausgase: Höchststand in der Atmosphäre

Die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre klettert weiterhin rasch. Die CO2-Konzentration liegt heute um fast das Eineinhalbfache über dem Stand der vorindustriellen Ära, die von Methan um mehr als das Doppelte. Meteorologen der Uno fordern energisch Gegenmassnahmen.

Foto von Rauch und Qualm über der englischen Teesside-Raffinerie, die 2009 stillgelegt wurde.

Bildlegende: Klimagefahr durch fossile Brennstoffe: Die englische Teesside-Raffinerie verarbeitete pro Jahr fast 6 Millionen Tonnen Rohöl, bis sie 2009 stillgelegt wurde. Imago

Hauptgrund des Anstiegs der Konzentration von Treibhausgasen sei der anhaltend starke Ausstoss von Kohlendioxid (CO2), erklärte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf unter Berufung auf neue weltweite Messergebnisse. Die Konzentration dieses Treibhausgases sei von 2012 bis 2013 stärker gestiegen als in jedem anderen Jahr seit 1984.

Der Effekt durch Gase wie CO2, Methan und Stickstoffoxid auf die Erderwärmung stieg laut WMO allein zwischen 1990 und 2013 um 34 Prozent. 80 Prozent davon sei auf CO2 zurückzuführen. Seine Konzentration in der Atmosphäre liege inzwischen um 142 Prozent über jener in der vorindustriellen Ära Ende des 18.
Jahrhunderts.

Konzertierte internationale Aktionen gegen den Klimawandel seien dringender nötig denn je, erklärte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud: Während der CO2-Ausstoss zunehme, gehe die Aufnahmefähigkeit der Biosphäre für solche Gase weiter zurück. Den Temperaturanstieg auf der Erde auf maximal zwei Grad zu begrenzen, sei möglich, so der Fachmann; es gebe keine Entschuldigung dafür, es nicht zu tun.

Das Zwei-Grad-Ziel

Gegenüber der Zeit vor der Industrialisierung soll die globale Erwärmung weniger als 2 Grad betragen: Auf dieses Ziel haben sich die Mitgliedstaaten der Uno-Klimarahmenkonvention geeinigt. Da seit 1850 schon 0,8 Grad eingetreten sind, blieben 1,2 Prozent «verfügbar». Gefährdete Inselstaaten kritisieren das Ziel als zu wenig ambitioniert.