Tschuri erwacht langsam und bildet Sternschnuppen-Staub

Je weiter sich der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko der Sonne nähert, desto aktiver wird er durch ihre Wärme. Dadurch verliert er grosse Mengen an Staub von seiner Oberfläche, die von ausströmendem Gas mitgerissen werden. Wissenschaftler haben die Staubhülle analysiert.

Ein Fels auf dem Kometen Tschuri

Bildlegende: Staubige Landschaft: So sah der Komet am 14. Oktober 2014 aus einer Entfernung von acht Kilometern aus. ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Die Wissenschaftler der europäischen Raumfahrtagentur Esa haben den Staub, der derzeit von Tschuris Oberfläche weht, mit dem Massenspektrometer Cosima untersucht. Das Instrument befindet sich an Bord der Raumsonde Rosetta, die Tschuri auf seinem Weg zur Sonne begleitet und Staubkörnchen des Kometen eingefangen hat.

Das Gerät Cosima

Bildlegende: Untersuchung des Kometenstaubs: Cosima ist in die Sonde Rosetta eingebaut und bestimmt die Häufigkeiten von Elementen, Isotopen und Molekülen. MPE

Die Forscher verlöffentlichten ihre Funde nun im Fachblatt «Nature». Die grösseren Staubkörnchen mit einem Durchmesser von mehr als einem zwanzigstel Millimeter sind demnach fluffig-porös und reich an Natrium. Die Forscher schliessen daraus, dass dieser Staub die Sternschnuppen-Ströme formt, die auf den Bahnen von Kometen bekannt sind und ebenfalls reich an Natrium sind.

Sie gehen davon aus, dass sich der jetzt beobachtete Staub über die vergangenen vier sonnenfernen Jahren des Kometen angesammelt hat. Tschuris Staubzusammensetzung wird sich wesentlich ändern, wenn frisches Material an die Oberfläche gelangt.

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