«Der Klimawandel schreitet voran»

Der Anstieg der Temperaturen stagniert seit 15 Jahren. Doch das ist kein Grund für eine Entwarnung; darin sind sich Forscher beim Extremwetterkongress in Hamburg einig: Der Klimawandel werde weitergehen, der Meeresspiegel steige.

Aufnahme von schmelzendem Eis an einem Eisberg nahe Kulusuk in Grönland.

Bildlegende: Immer mehr Wetterextreme: Mit dem Klimawandel schmelzen nicht nur Eisberge, sondern die Zahl der Überschwemmung nimmt in manchen Regionen zu. Keystone

«Der Klimawandel schreitet voran», sagte Wissenschaftler Mojib Latif zum Auftakt des 8. Extremwetterkongresses in Hamburg, «wir werden eine massive Erwärmung bekommen, wenn wir so weitermachen wie bisher.» Wetterextreme werden nach Angaben des Wissenschaftlers vom Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel weiter zunehmen.

Seit 15 Jahren gibt es eine Pause beim globalen Temperaturanstieg; die Luft erwärmt sich nicht mehr so rasch wie in den 90er-Jahren. Diese kurzfristigen Schwankungen seien keine Überraschung, erklärte Klimatologe Latif. Er und Kollegen hatten bereits 2008 auf eine mögliche längere Pause in der Erderwärmung hingewiesen, die durch Ozeanströmungen verursacht werden könne. Beim Meeresspiegel zeige sich aber keine Atempause, so Latif: «Er ist seit 1900 kontinuierlich angestiegen.»

Zum Extremwetterkongress werden bis Freitag 80 Referenten und mehr als 3000 Teilnehmer zu Vorträgen und Workshops erwartet. Für Spannung sorgt der erste Teil des fünften Weltklimareports, dessen Kernthesen voraussichtlich am Freitag in Stockholm veröffentlicht werden.